https://www.faz.net/-gqz-79fkn

Urteil in Fälschungsfall Beltracchi : Ernst machen

  • Aktualisiert am

Im Fälschungsfall Beltracchi ist ein Urteil gefällt worden. Der Kunsthistoriker Werner Spies und der Galerist Jacques de La Béraudière wurden in Paris zu 652.883 Euro Schadenersatz verurteilt.

          1 Min.

          Werner Spies, Kunsthistoriker und langjähriger Mitarbeiter der F.A.Z., und der französische Galerist Jacques de La Béraudière sind in einem zivilrechtlichen Prozess in Nanterre bei Paris zur Zahlung einer Schadensersatzsumme von 652.883 Euro an den Kunstsammler Louis Reijtenbagh verurteilt worden. Dies meldet die Zeitung Le Monde unter Berufung auf einen Sprecher des Gerichts. Der Sammler hatte das vermeintliche Max-Ernst-Gemälde „Tremblement de terre“ über mehrere Unterfirmen bei dem Galeristen erworben, nachdem der international anerkannte Ernst-Experte Werner Spies zuvor in gutem Glauben die Authentizität des Bildes bestätigt hatte. Tatsächlich war das Werk aber eine Fälschung von der Hand des inzwischen zu einer Haftstrafe verurteilten Malers Wolfgang Beltracchi.

          Nach deutschem Recht ist Spies' Bewertung des Bildes kein Zertifikat im juristischen Sinne und der Kunsthistoriker für eine in gutem Glauben gemachte Fehleinschätzung nicht haftbar. In Frankreich ist die Rechtslage anders. Das französische Gericht schätzt die Echtheitsprüfung von Experte und Galerist in diesem Fall als mangelhaft und grob fahrlässig ein; dem Kunstkäufer, der sich auf ein unter Aufwendung aller angemessener Prüfungsmöglichkeiten angefertigtes Gutachten verlassen können müsse, stehe deswegen der Schadenersatz zu.

          Weitere Themen

          Demokratie ist machbar

          Initiation für Erstwähler : Demokratie ist machbar

          Für viele Erstwähler ist das erste Mal ein ernüchterndes Erlebnis. Warum verpassen wir eine Chance, junge Menschen in unserer Demokratie willkommen zu heißen?

          Topmeldungen

          Kanzlerin ohne Konfetti: Keine Schonung, keine Unterstützung - nicht in der Todeszone der Hochgebirgspolitik

          Merkels langer Schatten : Kanzlerin ohne Konfetti

          Angela Merkel wollte sich lange nicht in die Nachfolgefrage einmischen. Das musste sie auch nicht: Alle Kandidaten haben sich an ihr orientiert.
          Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler (/links) und der Spitzenkandidat Rainer Brüderle am 23. September 2013, dem Tag nach der Bundestagswahl

          Bundestagswahlen seit 1949 : 2013: Die FDP fliegt aus dem Bundestag

          19 Wahlen, 19 Geschichten. Heute: Angela Merkel beschert der Union aus heutiger Sicht unerreichbare 41,5 Prozent. Aber das eigentliche Ereignis der Bundestagswahl 2013 ist das Scheitern der Liberalen. Teil 18 unserer Wahlserie.
          Edgar Engist  mit seinen Hunden und Schafen auf seiner Wiese in Bollschweil. Der Schäfer fragt sich, warum Wölfe so viel mehr wert sein sollen als seine Arbeit.

          Landfrust : Im Würgegriff der Bürokraten

          Von Wolf bis Windkraft: Gut gemeinte Vorschriften, die in fernen Großstädten erdacht werden, treiben die Selbständigen auf dem Land in den Wahnsinn.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.