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Urheberrecht : Filmpiraterie zerstört Kinogeschäft

  • Aktualisiert am

Schwerwiegender Einsatz gegen Raubkopien Bild: AP

Das illegale Kopieren von Filmen über das Internet ist bleibt eine Bedrohung für die Filmwirtschaft. Die Ergebnisse der „Brenner-Studie 2“ sind für die Branche alarmierend. Die Zahl der Kopien nimmt weiter zu.

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          Kaum ein Monat flimmerte „Terminator 3“ über die Kinoleinwände - und schon hatten knapp eine Million Menschen in Deutschland eine Filmkopie davon. Jeder zweite Konsument lädt sich Filme aus dem Internet herunter, bevor diese im Handel verfügbar sind, jeder Vierte „zieht“ sie sich bereits vor dem Kinostart aus dem Netz herunter. Das sind die für die Filmwirtschaft alarmierenden Ergebnisse der „Brenner-Studie 2“, die die Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin präsentierte.

          Die Studie basiert auf den Aussagen von 10.000 Personen. Daß immer mehr Menschen - mittlerweile 23,5 Millionen - einen CD- oder DVD-Brenner besitzen, ist allein nicht schlimm. Schlimm ist, daß die Geräte häufig illegal genutzt werden, immer öfter Spiel- und Kinofilme aus dem Internet heruntergeladen und gebrannt werden. Das geht auf Kosten der Filmwirtschaft, die tatsächlich massive Einbrüche bei Besucher- und Umsatzzahlen zu beklagen hat.

          In den ersten neun Monaten dieses Jahres kamen lediglich 102 Millionen Kinofans und damit 14 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig sank der Kinoumsatz um 13,3 Prozent auf 584,1 Millionen Euro. Der Studie zufolge wurden zwischen Januar und August knapp 63 Millionen CD- und DVD-Rohlinge mit Kinofilmen bespielt - mehr als im gesamten Jahr 2002 (59 Millionen). Die Mehrheit derer, die sich Raubkopien aus dem Netz „ziehen“ (71 Prozent), ist zwischen 10 und 39 Jahre alt und gehört somit zur Kernzielgruppe der Kinobranche. Tatsächlich gehen 46 Prozent von ihnen nicht mehr oder seltener ins Kino, seitdem sie Filme brennen.

          Altersbeschränkungen werden umgangen

          Ein weiteres Problem ist, daß gerade die Jüngeren relativ problemlos an Filme mit Altersbeschränkung kommen können. Jeder Zweite der 10- bis 15-Jährigen gab an, es sei sehr wichtig, solcher Produktionen habhaft werden zu können. Jeder fünfte genoß die Möglichkeit, leicht Filme mit erotischen oder pornografischen Inhalten aus dem Internet herunterladen zu können.

          Besserung scheint zunächst nicht in Sicht: Weit mehr als eine Million Menschen plant, sich „bestimmt“ in den nächsten zwölf Monaten einen DVD-Brenner anzuschaffen. Fraglich, ob sie sich an die gesetzlichen Bestimmungen halten und auf den Zugriff auf Spielfilme aus dem Internet verzichten.

          Neues Urheberrecht seit September in Kraft

          Die Hoffnung der Branche richtet sich nun zum einen auf die Ausweitung der „Anti-Piraterie-Kampagne“ der Film- und Videobranche, zum anderen auf die Umsetzung des im September in Kraft getretenen neuen Urheberrechts. Der neuen Bestimmung zufolge macht sich bereits der strafbar, der gewerblich oder privat, entgeltlich oder kostenlos Musik, Filme oder Computerspiele im Internet zum Download anbietet und verbreitet, ohne hierzu berechtigt zu sein.

          Das Knacken oder Umgehen des Kopierschutzes wird mit einer Geldstrafe oder Haft bis zu einem Jahr geahndet, wenn es „nicht ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch des Täters“ oder seines engen Familien- und Freundeskreises dient. Bei gewerbsmäßigen Handeln sind bis zu drei Jahre Haft angedroht.

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