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Unwort des Jahres : Ein "Topterrorist", der Bin Ladin

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Welches Wort wird "Unwort des Jahres"? FAZ.NET-Leser sprechen sich für Wörter aus, die mit dem 11. September zu tun haben.

          Seit 1991 veranstaltet der Frankfurter Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser jedes Jahr die Aktion „Unwort des Jahres“. An diesem Montag ist Einsendeschluss für die diesjährigen Vorschläge.

          Gesucht werden Wörter und Wendungen aus der öffentlichen Kommunikation, die im zurückliegenden Jahr besonders negativ aufgefallen sind, weil sie einen Gegenstand, eine Person oder einen Vorgang unangemessen wiedergegeben und dabei womöglich sogar ethische Normen verletzt haben.

          Aus den bislang eingegangenen Vorschlägen nennt die Jury beispielhaft „Topterrorist“ als Verharmlosung Bin Ladins, „Gotteskrieger“ als religiöse Verbrämung von Terroristen, „vorsorgliches Keulen“ für die Massentötung von Rindern zur „Marktbereinigung“ oder „verpartnern“ als bürokratische Umschreibung der standesamtlichen Bestätigung nichtehelicher Lebensgemeinschaften.

          Besonders häufig seien bisher sprachliche Fehlleistungen zum Afghanistan-Krieg wie „humanitäre Bombardements“ oder das Kanzlerwort „uneingeschränkte Solidarität“ eingereicht worden, das derzeit auf Platz zwei der Vorschlagsliste liegt. Es sei aber auch weniger Brisantes vorgeschlagen worden, das die Sprachgemeinschaft verwirrt, heißt es auf der Website der Aktion. Am häufigsten sei der Börsenbegriff „Gewinnwarnung“ genannt worden.

          Die K-Frage - auch sie ein Ärgernis

          Auch die Nutzer von FAZ.NET haben in einem Forum am häufigsten Begriffe vorgeschlagen, die mit den Anschlägen vom 11. September zu tun haben: "Schläfer", "uneingeschränkte Solidarität" (mit Amerika), "Grenzenlose Gerechtigkeit", "Anti-Terror-Krieg" und "Gotteskrieger", "Kreuzzug" und "Milzbrandalarm".

          Mit dieser Diskussion in Zusammenhang steht die wiederaufgeflammte Debatte um die „Spaßgesellschaft“. Auch der Begriff „K-Frage“ störte einen Leser von FAZ.NET.

          Der sechsköpfigen Jury des "Unworts des Jahres" gehören diesmal außer vier Sprachwissenschaftlern der Journalist Klaus Bresser (vormals ZDF) und die Moderatorin Maybrit Illner („Berlin Mitte“) an.

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