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„Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ : Unser Deutschlehrer

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Bild: KiWi

Bastian Sick ist der liebste Deutschlehrer von zahllosen Lesern. Welches ist die liebste Partei dieser Allesdurchschauer?

          So ein Deutschlehrer! Jung, sympathisch und mit so einem lässigen Sweatshirt. Einer, der Themen wie adverbiale Bestimmungen oder Zeitenfolge lässig und mit hohem Spaßfaktor rüberbringt. Dafür lieben die Leser der „Zwiebelfisch“-Kolumne bei „Spiegel-Online“ ihren Bastian Sick. Und Hunderttausende Buchkäufer ebenso. Von den hundertzwanzig Rezensenten, die sich bei Amazon.de geäußert haben, ist die Mehrzahl begeistert.

          Aber es gibt Nörgler. Sick sei wie ein Hausmeister: Er „räumt den Dreck weg und schreibt die Hausordnung immer wieder ab“, befindet einer. Ein Ausnahmefall, der die Regel bestätigt: „Wer nichts der Sprache vergibt, vergibt nichts der Sache“, schrieb Karl Kraus, der Übervater der Sprachkritik. Wer Sick liest und ihn ernst nimmt, vergibt sich und anderen erst recht nichts. Der fällt nicht auf Politikerphrasen herein. Weil es vom Allesdurchschauer zum Besserwisser nicht weit ist, greift beim Sickisten eine psychische Bremse.

          Man will am Ende nicht zu jenen gehören, die schon vorher wußten, daß sie hinterher wieder recht haben würden. Die Rückkehr zur Pedanterie und Paukerei alten Stils wollen sie denn doch nicht. Obwohl sie längst zum Establishment gehören - anmerken soll man ihnen neoliberale Neigungen lieber nicht: Deshalb werden sie auch diesmal wieder sicherheitshalber Grün wählen.

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