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Unesco : Stuttgarter Weissenhofsiedlung wird Weltkulturerbe

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Funktionale Moderne: Le Corbusier in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung Bild: dpa

Erfolg im dritten Anlauf: Die Stuttgarter Weissenhofsiedlung von Le Corbusier gehört zum Weltkulturerbe. Es ist nicht die einzige Arbeit des Architekten, die auf die Liste schützenswerter Kulturgüter aufgenommen wurde.

          Nach zwei vergeblichen Anläufen sind zwei Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung des Stararchitekten Le Corbusier zum Weltkulturerbe ernannt worden. Die Unesco nahm am Sonntag in Istanbul Bauten Le Corbusiers in sieben Ländern auf die Liste des Welterbes auf, wie die Kulturorganisation der Vereinten Nationen mitteilte. Ursprünglich sollte die Entscheidung bereits am Samstag fallen. Das Welterbekomitee hatte seine Sitzung aber wegen des Putschversuchs in der Türkei unterbrochen.

          Der internationale Antrag für die Aufnahme der Le-Corbusier-Bauten war zuvor zweimal abgelehnt worden. Die zwei Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung des schweizerisch-französischen Architekten und Stadtplaners Le Corbusier (1887-1965) sind die einzige Nominierung aus Deutschland gewesen.

          Ansporn für Architekten und Stadtplaner

           „Es ist ein großartiger Erfolg für ganz Baden-Württemberg“, sagte Baden-Württembergs neue Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Die Gebäude seien ein Vorbild für moderne Wohnweise und Ästhetik. Das Welterbekomitee hatte am Sonntag in Istanbul mehrere Arbeiten Le Corbusiers in die Liste schützenswerter Kulturgüter aufgenommen. Es geht dabei um Bauwerke in sieben Ländern auf drei Kontinenten.

          Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) bewertete die Weissenhofsiedlung als auch nach fast 100 Jahren noch vorbildhaft: „Le Corbusiers Impuls, günstige Wohnungen mit innovativen Grundrissen und neuen Materialien zu bauen, ist noch immer wegweisend und muss daher Ansporn für unsere Architekten und Stadtplaner sein.“

          Die gesamte Weissenhofsiedlung mit ihren noch 11 von ursprünglich 33 im Original erhaltenen kubischen Flachdachhäusern solle weiterhin im Zentrum der Arbeit zum kulturellen Erbe stehen, hieß es bei der Stadt. Aktuell werde für die Siedlung in Kooperation mit fünf weiteren europäischen Werkbundsiedlungen der 1920/30er-Jahre ein Antrag für das Europäische Kulturerbesiegel vorbereitet.

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