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Unesco-Entscheidung : Hamburgs Speicherstadt ist Weltkulturerbe

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In unveränderter historischer Gestaltung erhalten: Das Wasserschloss in der Speicherstadt Bild: dpa

Es ist die 40. Stätte für Deutschland: Die Unesco hat die Hamburger Speicherstadt sowie das Kontorhausviertel zum Weltkulturerbe ernannt und zugleich die Symbolik dieser einzigartigen Architektur hervorgehoben.

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          Die Unesco hat die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel zum Weltkulturerbe ernannt. Die Welterbe-Kommission beschloss die Aufnahme am Sonntag bei ihrer Sitzung in Bonn. Es ist das erste Weltkulturerbe für Hamburg und die 40. Stätte in Deutschland. Die Gebäude symbolisierten auf einzigartige Weise die Folgen des rasanten internationalen Handelswachstums im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, hieß es zur  Begründung.

          Die Speicherstadt gilt als das größte zusammenhängende und einheitlich geprägte Speicherensemble der Welt. Sie ist nach Unesco-Angaben bis heute in unveränderter historischer Gestaltung erhalten. Sie wurde zwischen 1885 und 1927 in drei Bauabschnitten auf einer Inselgruppe in der Elbe errichtet. Die Speicherstadt besteht aus 15 Backsteinbauten in neogotischer Architektur. Es sind Lagerhäuser und kleine Nebengebäude, die durch Straßen, Wasserstraßen und Brücken miteinander verbunden sind.

          Das Chilehaus im Hamburger Kontorhausviertel – gebaut 1922 bis 1924 nach den Entwürfen von Fritz Höger. Fotos des Gebäudes gehörten in den 20er Jahren zu den bekanntesten Architektur-Abbildungen aus Deutschland. Bilderstrecke

          Das benachbarte Kontorhausviertel mit den Büros des Hafens und der Schifffahrtsunternehmen wurde zwischen 1920 und 1940 erbaut. Der Komplex mit dem berühmten Chilehaus war das erste Büroviertel in Europa. Das von 1922 bis 1924 von dem Architekten Fritz Höger mit zehn Stockwerken errichtete Haus ist mit  seiner an einen Schiffsbug erinnernden Spitzfassade zugleich ein markantes Beispiel norddeutscher Klinkerarchitektur.

          Lebendige Architekturgeschichte

          Der Naumburger Dom hingegen wird zunächst nicht in die Welterbeliste aufgenommen, bekommt aber eine zweite Chance. Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation Unesco lehnte am Sonntag in Bonn die Aufnahme von Naumburger Dom und hochmittelalterlicher Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut ab. Aber die Antragsteller dürfen ihren Antrag überarbeiten und dann wieder einreichen. Die Region hatte auf diese Chance gehofft, nachdem eine Aufnahme in die Welterbeliste nach der Bewertung des Internationalen Denkmalrates ICOMOS eher unwahrscheinlich war.

          „Wir fühlen uns so gerührt und so erfreut“, sagte die Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler direkt im Anschluss und bedankte sich bei den anderen Ländern für die  Unterstützung. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer hat Hamburg zur Aufnahme der Speicherstadt und des Kontorhausviertels in das Unesco-Weltkulturerbe gratuliert. „Das ist ein großer Tag für Hamburg“, sagte Böhmer als Vorsitzende des Unesco-Welterbekomitees am Sonntag in Bonn. Der Komplex stehe für die Weltoffenheit Hamburgs und die deutsche Kaufmannstradition. Besonders gefalle ihr an der Speicherstadt, dass diese nicht nur als Denkmal konserviert, sondern Tag für Tag mit Leben erfüllt werde. Mit der Speicherstadt sei Architekturgeschichte geschrieben worden.

          Mit dem Welterbe-Status werden Landschaften, Baudenkmäler und andere Stätten ausgezeichnet, die von  herausragender Bedeutung für die Menschheit sind. Vor Beginn der Tagung des  Welterbekomitees standen 1.007 Naturregionen und Kulturstätten auf der aktuellen Vorschlagsliste. Zur Liste hinzugefügt wurden am Freitag unter anderem die Altstadt von Palermo und die Taufstätte Bethanien in Jordanien sowie am Samstag der Botanische Garten in Singapur und die französischen Weinbaugebiete im Burgund sowie in der Champagne.

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