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Unesco : Beethovens Neunte gehört jetzt zum Weltkulturerbe

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Das Faksimile der Partitur der Neunten Sinfonie
          2 Min.

          Ludwig van Beethovens Neunte Sinfonie ist jetzt offiziell Teil des Weltkulturerbes. Das Werk sei die erste Komposition, die in die von der Unesco geführten Liste „Memory of the World“ aufgenommen wurde, teilte Antonius Jammers, Generaldirektor der Berliner Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, in Berlin mit.

          Die Originalpartitur mit Schillers Schluss-Chor „Ode an die Freude“ gehört zu den wertvollsten Manuskripten der Musiksammlung der Bibliothek. Fünf der rund 200 Blätter liegen außer Haus: Zwei im Bonner Beethoven-Haus und drei in der Pariser Nationalbibliothek.

          Die Aufnahmeurkunde in das seit zehn Jahren bestehende Unesco-Programm „Das Gedächtnis der Welt“ wird Anfang nächsten Jahres bei einer Festveranstaltung in Berlin übergeben. Die Staatsbibliothek zeigt an diesem Freitag und Samstag ausgewählte Teile der Original-Partitur, die sonst in einem Stahltresor schlummert, sagte Jammers.

          Wiedervereinigung der Original-Partitur

          Beethovens letzte Sinfonie wurde 1824 in Wien uraufgeführt. Widmungsträger des Werks ist der preußische König Friedrich Wilhelm III.. 1846 erwarb die damalige Königliche Bibliothek in Berlin den Hauptteil der Original-Partitur der Neunten Sinfonie. Mehr als 50 Jahre später folgte der Ankauf der fehlenden Teile des Finales. Die Auslagerung der wertvollen Musiksammlung im Zweiten Weltkrieg führte zu einer Zerstückelung der Neunten, die erst mit der deutschen Wiedervereinigung endete. Der größte Teil der Handschrift gelangte 1977 „ohne jedes Aufsehen“ aus Polen in die DDR zurück und erhielt ihren Platz in der Staatsbibliothek Unter den Linden in Ost-Berlin.

          Bereits zehn Jahre früher hatte die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz im Westteil der Stadt die ursprünglich ins Kloster Beuron im oberen Donautal ausgelagerten und nach Kriegsende in der Universitätsbibliothek Tübingen aufbewahrten Blätter erhalten. Die langjährige Odyssee der Neunten endete 1997 mit ihrer endgültigen Zusammenführung in der Musikabteilung im Gebäude Unter den Linden.

          Fritz Lang, Goethe und Gutenberg

          Sämtliche fünf deutschen Einträge in das Unesco-Register „Memory of the world - Gedächtnis der Welt“ hat die deutsche Unesco-Kommission am Donnerstag in Bonn erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter den diesjährigen 21 Neuaufnahmen sind nach Angaben eines Sprechers neben der Beethoven-Handschrift Fritz Langs Stummfilm-Klassiker „Metropolis“, die Gutenberg-Bibel sowie Goethes Nachlass mit Briefen, Tagebüchern und Schriften. Der „Edison-Zylinder“ mit den ältesten Tondokumenten traditioneller Musik war bereits Bestandteil des Registers.

          Mit dem 1992 gestarteten Programm „Memory of the world“ will die Unesco auf die Bedeutung und Sicherung des dokumentarischen Erbes der Menschheit in Archiven, Bibliotheken, Dokumentationsstellen, Museen oder Gedenkstätten aufmerksam machen. Kulturell und historisch herausragende Dokumente sollen mit moderner Informationstechnik weltweit zugänglich gemacht werden. Das Register umfasst gegenwärtig 69 Dokumente aus 33 Ländern. In Deutschland gibt es seit 1999 ein Nationales Komitee für das „Memory of the World“-Register, das Vorschläge für die Aufnahme in die Liste erarbeitet.

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