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Nach mehr als 30 Jahren : Nun wurde auch Babylon zum Weltkulturerbe erklärt

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Das Tor zu Babel: Auch es gehört ab sofort zum Weltkulturerbe. Bild: AP

Die Unesco hat die Hauptstadt des ehemaligen Perserreichs Babylon zum Welterbe ernannt. Neben ihr wurden sechs weitere Orte dazu erklärt.

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          Die antike Ruinenstadt Babylon im Irak steht nun auf der Welterbeliste der Unesco. Das UN-Komitee erkannte bei seiner Tagung in Baku den außergewöhnlichen und universellen Wert der Stadt aus der Perserzeit an. Insgesamt kamen sieben neue Stätten auf die Liste mit schützenswerten Schätzen der Erde, darunter der Nationalpark Vatnajökull auf Island. Aufgenommen wurden auch die historischen Stätten der Eisenverhüttung in Burkina Faso sowie die Schutzgebiete für Zugvögel an der Küste des Gelben Meeres in China im Golf von Bohai.

          Das Gütesiegel der Kulturorganisation der Vereinten Nationen gilt jetzt außerdem für das historische Zentrum der brasilianischen Küstenstadt Paraty und vier Naturschutzgebiete des Regenwalds. Im Iran haben es die Hyrkanischen Laubwälder entlang der Küste des Kaspischen Meeres auf die Liste geschafft; im Indischen Ozean die zu Frankreich gehörenden Südgebiet und -meere; in Albanien ein Natur- und Kulturerbe, das die bereits seit 1979 geführte Ohrid-Region in Nordmazedonien ergänzt.

          Komplex umfasst zehn Quadratkilometer

          Babylon mit der Residenz des sagenumwobenen Königs Nebukadnezar II. (etwa 604 bis 562 vor Christus) war eine der wichtigsten Stätten des Altertums. Die als älteste Metropole der Welt bezeichnete Stadt lag am Euphrat, etwa 90 Kilometer südlich der heutigen irakischen Hauptstadt Bagdad. Der Komplex umfasst zehn Quadratkilometer, von denen bisher nur etwa 18 Prozent freigelegt wurden. Die befestigte Stadt aus Lehmziegelgebäuden ist bekannt für ihre hängenden Gärten, den sprichwörtlich gewordenen Tempelturm und das Ischtar-Tor, von dem Teile unter anderem im Pergamon-Museum in Berlin ausgestellt sind. Die Welterbe-Kommission entschied sich nach irakischen Protesten dagegen, Babylon auf die Liste des gefährdeten Welterbes aufzunehmen, obwohl die Stätte in „extrem gefährdetem Zustand“ sei. Zwischen 2003 und 2004 nutzten polnische und amerikanische Truppen das Gelände in der Nähe der uralten Stadt als Stützpunkt. Dabei kam es zu massiven Schäden. Jahrzehntelang versuchte die irakische Regierung, die Ruinenstadt zum Weltkulturerbe zu machen.

          Blick auf die historische Stadt Babylon von der Teile der Ruinen wiederaufgebaut wurden. Hier ist ein Teil der Stadtmauer zu sehen. Bilderstrecke

          Die Tagung in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku am Kaspischen Meer dauert noch bis zum 10. Juli.

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