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Ukraine : Dieses Drehbuch schrieb ein Irrer

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Das einzige Mittel, das dem ukrainischen Volk bleibt, um sich gegen den importierten Albtraum eines größenwahnsinnigen, komplizierten, wohldurchdachten Drehbuchs, wonach unser Land in Brand gesetzt und offensichtlich zerstört werden soll, ist unsere Selbstorganisation. Bisher haben wir das ganz gut hingekriegt. Die aus Freiwilligen bestehenden Gruppen für medizinische und juristische Hilfeleistungen, zum Selbstschutz, zur Organisation von Transportmitteln, zur Koordinierung – haben die gesamte Struktur der Zivilgesellschaft mobilisiert. Die Menschen legen eine eindrucksvolle Solidarität an den Tag. Denn gemeinsames Handeln ist die einzige Möglichkeit, angesichts des organisierten Wahnsinns nicht den Verstand zu verlieren. Gegen die erkennbarsten „inländischen“ Bedrohungen, wie die zur Terrorisierung der Stadtbewohner von der Obrigkeit angeheuerten Banden - da die Proteste sich über das ganze Land ausbreiten, breiten sich auch die Banden über das ganze Land aus - oder, wenn auch mit geringerem Erfolg, gegen die Provokateure, die in der Menge der Demonstranten agieren, haben wir gelernt, recht wirkungsvoll vorzugehen. Aber das gesamte Drehbuch, das den Himmel über der Ukraine immer mehr verfinstert wie eine riesige Wolke, scheint größer zu sein als das Land selbst. Und sein Autor ist eindeutig ein Wahnsinniger. Janukowitsch und seine Partei der Regionen spielen darin die Hauptrollen, aber sie werden es kaum geschrieben haben.

Inzwischen ist es zu spät, den ganzen Prozess der schrittweisen „Putinisierung“ des einst so sicheren, friedlichen Landes nachzuzeichnen. Es begann 2008, als der Ukraine und Georgien auf dem Bukarester Gipfel der Zugang zur Nato verwehrt wurde und drei Monate später der Krieg in Georgien folgte. Damit war klar, dass für Russland der nächste auf der Liste die Ukraine war. Der Kreml brauchte ganze fünf Jahre, um mit seinen Ressourcen den schwachen und korrupten ukrainischen Staatsapparat auf allen Ebenen zu infiltrieren, so dass dieser nun die Tore der belagerten Stadt für die gar nicht mehr so geheime Invasion Putins öffnet. Man kann sagen, dass der ukrainische Staat als solcher nicht mehr existiert. All unsere Staatsmänner, die nach dem Drehbuch des Kremls und der russischen Staatssicherheit agieren, verdienen es jetzt schon, wegen Hochverrats verhaftet und nach Den Haag geschickt zu werden, ganz gleich was dem Volk der Ukrainer noch blühen mag.

Kein Albtraum - sondern Realität

All das geschieht in der geographischen Mitte Europas, vor den Kameras aller wichtigen Nachrichtenagenturen der Welt, und niemand scheint sich der Tatsache bewusst zu sein, dass Europa an der Schwelle eines neuen Krieges steht. Jetzt wissen wir, wie es bei Hitler und Stalin war, warum niemand sie aufhielt, weil alle vernünftigen Leute mit ihrer Karriere beschäftigt waren, nicht hinguckten oder die Köpfe schüttelten und sagten: Nein, das ist nicht wahr, so schlimm kann es nicht sein... Die meisten Ukrainer leben immer noch mit diesem Gefühl – dass wir eines Tages einfach aufwachen und sich herausstellt, dass alles nur ein Albtraum war.

Während ich dies schreibe, erreichen mich immer mehr Berichte über „ukrainische Milizen“, die Russisch ohne ukrainischen Akzent sprechen und in Kiewer Banken Rubel eintauschen. Putin ist offenbar entschlossen, sich an den Ukrainern für seine Niederlage in der Orangenen Revolution vor zehn Jahren zu rächen. Seine Geheimarmee ist schon hier. Falls Kiew zu der Zeit, da Sie dies lesen, in Blut ertrinkt, so bedenken Sie bitte: Dies ist kein Albtraum. Es ist die Realität, aus der Europa nicht so bald wieder erwachen wird.

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