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Musikstück über Armenien : Türkei verweigert Kunstförderung der EU

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Die Dresdner Sinfoniker wurden nach der Aufführung des Konzertprojektes „Aghet“ in Dresden stürmisch gefeiert. Bild: Picture-Alliance

In einem Musikstück der Dresdner Sinfoniker spielen deutsche, türkische und armenische Musiker zusammen. Der Türkei passt das nicht – deshalb verlässt sie das milliardenschwere Förderprogramm und schadet damit den eigenen Künstlern.

          Wegen einer deutschen Musikproduktion über den Völkermord an den Armeniern hat die Türkei ihre Teilnahme an einem EU-Kulturprogramm aufgekündigt. Das Land habe „einseitig beschlossen, das Programm ’Kreatives Europa’ zu verlassen“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission „Bild am Sonntag“. Das Kulturprogramm, das die Türkei 2014 unterzeichnet hatte, fördert mit 1,46 Milliarden Euro Künstler.

          Auslöser der Aufkündigung ist nach Informationen der Zeitung das von der EU unterstützte Musikprojekt „Aghet“. In dem Stück der Dresdner Sinfoniker wird der Völkermord an den Armeniern durch das Osmanische Reich vor gut 100 Jahren thematisiert.

          Markus Rindt, Intendant der Sinfoniker, und Komponist Marc Sinan äußerten sich entsetzt über den Ausstieg der Türkei: „Es ist perfide, ’Aghet’ zu missbrauchen, um türkische Künstler zu bestrafen. Erdogan verwandelt die Türkei immer mehr in einen geschlossenen Staat.“ In dem Projekt „Aghet“ spielen deutsche, türkische und armenische Musiker zusammen. Im November soll das Stück in Istanbul aufgeführt werden.

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