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Türkei : Christliches Kloster unterliegt in Landstreit

  • Aktualisiert am

Demonstration im April in Köln Bild: dpa

Ein türkisches Gericht hat jetzt entschieden, dass die Landenteignung des christlich-aramäischen Klosters Mor Gabriel, eines der ältesten der Welt, durch das örtliche Forstamt gerechtfertigt sei. Vertreter der aramäischen Minderheit fühlen sich als Opfer einer Kampagne.

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          Das 1600 Jahre alte christliche Kloster Mor Gabriel ist am Mittwoch vor einem Gericht im Südosten der Türkei in einem Landstreit unterlegen. Das Gericht in Midyat habe entschieden, dass eine Enteignung von mehr als 27 Hektar Land durch das Forstamt gerechtfertigt sei, teilte die Klosterstiftung mit. Der Bau einer Mauer des Klosters auf dem Land sei illegal. Zurückgewiesen wurden allerdings in einem anderen Verfahren Ansprüche des Schatzamtes Midyat auf Ländereien, die das syrisch-orthodoxe Kloster beansprucht. Mor Gabriel ist eines der ältesten christlichen Klöster der Welt.

          Gegen das Kloster, das geistiges Zentrum der kleine Minderheit der christlichen Aramäer in der Türkei ist, waren von umliegenden kurdischen Dörfern und staatlichen Stellen insgesamt vier Verfahren angestrengt worden. Ansprüche der Dörfer hatte das Gericht bereits im Mai abgewiesen. Bei der Entscheidung über die Ansprüche des Forstamtes ging es auch um die Bewertung der Frage, ob es sich um Waldgebiet handelt, auf das der Staat einen Anspruch hat.

          „Situation der Einschüchterung“

          Das Kloster hatte Ansprüche auf das Land mehrfach zurückgewiesen. Die Besitzansprüche seien dokumentiert. Für die Ländereien zahlten die Aramäer seit 1936 Grundsteuer an den türkischen Staat. Das Kloster nutze dieses Land seit Jahrhunderten.

          „Dies ist eine Enteignung, die aus Sicht des Kloster nicht gerechtfertigt ist“, sagte David Gelen, Vorsitzender der Föderation der Aramäer in Deutschland, am Mittwoch. „Das Erschreckende ist auch die Gleichzeitigkeit der Prozesse, eine Prozessflut, eine Situation der Einschüchterung“, sagte er. Er forderte, die Aramäer in der Türkei als Minderheit anzuerkennen. Nach Angaben der Föderation der Aramäer in Deutschland leben nur noch etwa 2000 Aramäer in der Türkei, die große Mehrheit hat das Land verlassen.

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