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Trennungen nach Oscars : Der Fluch des Triumphs

Mit der künftigen Ex-Freundin auf den roten Teppich: Dreimal gingen George Clooneys Beziehungen nach Oscar-Nominierungen in die Brüche. Bild: dpa

Jedes Jahr trennen sich Hollywoodstars von ihren Partnern, nachdem sie für Oscars nominiert wurden. Warum eigentlich?

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          Emma Stone und Bradley Cooper erwischte es 2015. Im Jahr zuvor war es Leonardo DiCaprio, 2017 traf es Casey Affleck. „Der Oscar-Fluch hat wieder zugeschlagen“, schrieb die „Bunte“ über Jennifer Lawrence’ Trennung nach der Oscar-Nominierung für „American Hustle“. Und nannte weitere (Frauen-)Namen: Sandra Bullock, Kate Winslet, Halle Berry, Hillary Swank. Auf die Vergabe der Trophäe, so der von Jahr zu Jahr wiederbelebte Mythos, folgt für Nominierte wie Gewinner eine Trennungswelle.

          Elena Witzeck
          Redakteurin im Feuilleton.

          Nun hat die Paartherapeutin Diana Boettcher, die sich auf ihrer Website als „Expertin für Beziehungsangelegenheiten in Berlin Prenzlauer Berg“ bezeichnet, was sie als vielbeschäftigte Frau qualifizieren sollte, das Phänomen rechtzeitig zur Oscar-Verleihung sozusagen wissenschaftlich ergründet. Anhand einer Liste legt sie dar, welche der in den vergangenen elf Jahren nominierten 110 Schauspieler sich kurz nach der Verleihung des Filmpreises von ihrem Partner trennten. Die Erkenntnis: Er waren einige, und ganz im Gegensatz zum Fokus der Berichterstattung traf es vor allem die Männer.

          Aufmerksamkeitsbedingte Selbstüberschätzung

          Für 36 Prozent der als beste Hauptdarsteller Ausgezeichneten gingen nach Boettchers Zählung in den Monaten nach dem Erfolg Beziehungen in die Brüche. Bei den Nominierten waren es immerhin noch 27 Prozent. Unter den Frauen, die einen Oscar als beste Hauptdarstellerin erhielten, trennten sich anschließend 27 Prozent von ihren Partnern. Männer sind demnach viermal häufiger vom „Oscar-Fluch“ betroffen. Einwenden ließe sich, dass Hollywood-Stars ihre Beziehungen häufiger wechseln als gemeine Paare. Bradley Cooper trennte sich 2014 nur einen Monat nach der Oscar-Verleihung von seiner damaligen Freundin. Das Traumpaar Leonardo DiCaprio und Toni Garrn hingegen ließ sich nach DiCaprios Nominierung für „The Wolf of Wall Street“ bis zum Ende des Jahres Zeit. Wie lange sich die Entscheidung auf aufmerksamkeitsbedingte Selbstüberschätzung schieben lässt, ist Ermessenssache.

          An der Art der Filme scheint es jedenfalls nicht zu liegen: George Clooney trennte sich nach Nominierungen für einen Thriller, eine Komödie und ein Familiendrama. Sein Film „Argo“ bekam 2013 einen Oscar, seitdem hält die Beziehung. Der Schluss, den Psychologin Boettcher zieht, ist dann auch so naheliegend wie profan: „Beruflicher Erfolg ist leider kein Indikator für Liebesglück.“ Wie beruhigend, dass sich daran mit einem Oscar im Regal nichts ändert. Einziger Ausweg bleibt der Preis des besten Nebendarstellers. An ihm zerbrachen noch die wenigsten Beziehungen.

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