https://www.faz.net/-gqz-x8ve

Toplose in Französischen Auktionen 2007 : Neue Maßstäbe

  • -Aktualisiert am

Rekordpreis für Elfenbeinschnitzerei: 3,6 Millionen Euro erreichte dieses nur 25 Zentimeter hohe Passionsdyptichon aus den Jahren 1360/1380 (1,5/2 Millionen Euro). Bild: Sotheby's

Unsere Bilanz des Auktionsjahrs 2007 zeigt es: Im Herbst hat der Handel in Frankreich Fahrt aufgenommen und der Standort Paris ist in den exklusiven Kreis der internationalen Marktplätze vorgestoßen.

          Das vergangene Jahr hat dem Pariser Kunstmarkt einen internationalen Durchbruch beschert. Sechs Jahre nach der Öffnung für ausländische Auktionshäuser zeigt sich, dass Frankreich nicht nur Exportland für Kulturgüter von Rang ist, sondern als kontinentaleuropäische Metropole auch das Potential eines internationalen Umschlagplatzes für hochkarätige Kunstwerke besitzt. Christie's und Sotheby's haben erstmals in großem Stil die Möglichkeit genutzt, hochrangige Werke moderner und zeitgenössischer Kunst nicht ausschließlich in London oder New York, sondern - noch dazu aus amerikanischen Sammlungen stammend - in Paris anzubieten. Gewiss ist diese Politik abhängig vom konjunkturbedingten Überfluss hochkarätiger Ware.

          In New York, wo innerhalb von sechs Monaten zwei Gemälde von Francis Bacon für 47 Millionen Dollar (“Study from Innocent X“, 1962) und 41 Millionen Dollar (“Second Version of Study for Bullfight N°1“, 1968) bei Sotheby's Furore machten, hätte ein weniger spektakuläres Werk des Malers wie „Seated Woman (Portrait of Muriel Belcher)“, von 1961, möglicherweise etwas blass gewirkt. In Paris geriet das Bildnis der Londoner Barbesitzerin und engen Vertrauten Bacons zur Attraktion und ließ Sotheby's im Dezember mit 12,2 Millionen Euro den höchsten französischen Auktionspreis des Jahres verbuchen. Im Mai hatte Christie's mit „Untitled (Figure on a Dais)“, einem Gemälde aus den Jahren 1958/59 aus Bacons Jahren in Tanger, für 6,1 Millionen Euro in Paris neue Maßstäbe gesetzt.

          Schnitzlack-Kunst: Diese Kanne aus der Jiajing-Zeit spielte bei Piasa im Dezember 1,35 Millionen Euro ein (300.000/400.000 Euro).

          Entscheidung für Paris

          „Frankreich wird im Ausland endlich als starker Kunsthandelsplatz anerkannt“, frohlockt die Tageszeitung „Le Figaro“ und stellt fest, dass der Pariser Markt trotz aller steuerlichen und bürokratischen Hindernisse der Globalisierung besser standhalte als angenommen. Auch wenn die großen heimischen Auktionsfirmen wie Artcurial, Tajan SA, Piasa oder Pierre Bergé & Associés ihre Tüchtigkeit abermals bewiesen haben, gründet diese sich erst im vergangenen Halbjahr wirklich deutlich abzeichnende Entwicklung einzig und allein auf dem Willen der beiden Weltkonzerne, Paris in den exklusiven Kreis der großen internationalen Marktplätze aufzunehmen. Paris ist zum Verkaufsargument zur Gewinnung von Einlieferern aus aller Welt geworden. Wenn sie es geschickt anstellen, haben die französischen Firmen im Wettbewerb um die internationalen Kunden auch ihre Chance.

          Die drei im Mai und Juni erfolgten Höhepunkte der Frühjahrssaison gingen auf das Konto von Christie's: der erwähnte Bacon ebenso wie ein Aktgemälde Edouard Manets von 1879, „Femme nue se coiffant“, aus dem Besitz der Nachfahren von Eugène Manet und Berthe Morisot für fünf Millionen Euro und der Rekordpreis von 5,8 Millionen Euro für ein Paar Cloisonné-Email-Figuren der Qianlong-Zeit, die der Londoner Händler Giuseppe Eskenazi für einen Kunden davontrug. Pünktlich zur Pariser Messe für zeitgenössische Kunst, der Fiac, im Oktober belebte sich das Geschäft mit moderner und zeitgenössischer Kunst. Einen medienwirksameren Auftakt als die Sammlung französischer Nachkriegskunst des Filmstars Alain Delon, für die das Auktionshaus Cornette de Saint-Cyr im Drouot 7,2 Millionen Euro erzielte, hätte man sich nicht wünschen können.

          Skulpturen aus der Sammlung Tériade

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zweifelhaftes Manöver: CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer

          Streit zwischen AKK und Maaßen : Selbstdemontage einer Volkspartei

          Der Streit zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Hans-Georg Maaßen ist zwei Wochen vor den Wahlen in Ostdeutschland das Dümmste, was der CDU passieren kann.

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.
          Wer klug umschuldet, hat womöglich schneller als der Nachbar wieder Geld für den neuen Anstrich.

          Die Vermögensfrage : Umschulden macht Spaß

          Die Zinsen sind so niedrig wie nie zuvor. Davon können mehr Leute profitieren als gedacht. Wer einen alten Baukredit hat, spart besonders viel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.