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„Titanic“ gegen Vatikan : Der Papst zieht zurück

Zwischen Faschingsprinz und Pseudopapst: „Titanic“-Chefredakteur Leo Fischer am Donnerstag in Hamburg Bild: dapd

Zu einer Gerichtsverhandlung wird es nicht kommen: Der Vatikan hat den Antrag auf einstweilige Verfügung gegen das Satire-Magazin „Titanic“ zurückgezogen, will aber weitere rechtliche Maßnahmen prüfen.

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          Der Vatikan hat den Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen das Satire-Magazin „Titanic“ zurückgezogen. Zu diesem Entschluss sei der Heilige Stuhl „nach eingehenden Beratungen“ gelangt, teilte die Deutsche Bischofskonferenz mit. Zugleich würden „weitere rechtliche Maßnahmen geprüft, um Angriffen auf die Würde des Papstes und der katholischen Kirche wirksam zu begegnen“.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Die Zeitschrift hatte in der Juli-Ausgabe Benedikt XVI. unter der Überschrift „Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!“ mit einem Fleck auf der Soutane auf den Titel gehoben. Dies spielte auf die „Vatileaks-Affäre“ an. Gegen das Heft hatte der Papst die einstweilige Verfügung erwirken lassen, „Titanic“ hatte Widerspruch eingelegt. Die Gerichtsverhandlung, die an diesem Freitag in Hamburg hätte beginnen sollen, wurde abgesagt.

          Maßlos überschätzt

          Die „Titanic“ kostete den juristischen Rückzug des Vatikans weidlich aus. Man habe dem Papst seine Fehlbarkeit nachgewiesen, sagte der Chefredakteur Leo Fischer der Agentur dapd. Er finde es „reichlich absurd“, das Verbot mit „großem Tamtam durchzusetzen“ und dann in letzter Minute den Rückzug zu verkünden. Fischer war am Donnerstag bei einer Protestaktion in Hamburg als Karnevals-Papst erschienen und hatte von einem „ungeheuerlichen Eingriff in die Pressefreiheit“ gesprochen: „Wir stehen in der Tradition von Galileo Galilei und Giordano Bruno.“

          Damit überschätzt Fischer die journalistische Bedeutung des Papst-Titels freilich maßlos. Der Streit hat eine andere Dimension als der Prozess etwa gegen die russische Gruppe „Pussy Riot“, auf welche das Magazin mit seiner Aktion „Titanic Riots“ am Donnerstag anspielte.

          Von Benedikt XVI. ist indes bekannt, dass er sich für die Sache nicht weiter interessiert. Hinter der juristischen Offensive dürfte ein Erzbischof stehen, der sich nun korrigieren muss. Aus dem Umfeld des Vatikans ist zu vernehmen, dass jeder Schritt gegen die „Titanic“ nur Werbung für das Magazin sei – dessen Juli-Ausgabe nun wieder vertrieben werden darf.

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