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Verlag Galiani Berlin : „An allem interessiert - und nie langweilig“

Seit zehn Jahren war Wolfgang Hörner, einer der originellsten Programm-Macher im deutschen Verlagswesen, für das Programm des Imprints Eichborn Berlin verantwortlich. Jetzt macht er unter dem Motto des italienischen Schriftstellers Galiani einen neuen Verlag auf.

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          Er ist einer der eigenwilligsten und originellsten Programm-Macher im deutschen Verlagswesen, der 1964 im hohenlohischen Öhringen geborene Wolfgang Hörner. Seit achtzehn Jahren arbeitet er für den Frankfurter Eichborn Verlag, davon die letzten zehn Jahre als Programmverantwortlicher für das Imprint Eichborn Berlin.

          Hannes Hintermeier

          Verantwortlicher Redakteur für das Feuilleton.

          Nun lockt ihn eine neue Aufgabe: Der zum Holtzbrinck-Konzern gehörende Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch hat ihm die Möglichkeit eröffnet, zusammen mit Esther Kormann (bei Eichborn Berlin bislang für Lektorat und Pressearbeit zuständig) von Januar 2009 an den Verlag Galiani Berlin zu starten. Verlegt werden sollen deutschsprachige Gegenwartsliteratur, kulturhistorische und erzählende Sachbücher sowie Klassiker der Weltliteratur. Das erste Programm ist für Herbst 2009 geplant.

          Trennung in größtem gegenseitigen Respekt

          Namensgeber ist der italienische Diplomat und Schriftsteller Ferdinando Galiani, ein Zeitgenosse und Brieffreund der französischen Enzyklopädisten des achtzehnten Jahrhunderts. Von ihm stammt auch das Motto des neuen Verlags: An allem interessiert und nie langweilig.

          Der Abgang Hörners dürfte für Eichborn nicht leicht zu verdauen sein. Hörner sagte gegenüber FAZ.NET, er sei nicht abgeworben worden, sondern „es tun sich Dinge, die super sind, und die ergreift man.“ Der Stil der Häuser Kiepenheuer & Witsch und Eichborn Berlin sei extrem ähnlich und passe einfach deswegen gut zueinander. Auch hätte er Eichborn nicht verlassen, wenn er das Gefühl gehabt hätte, „der Sargnagel zu sein“, räumt Hörner ein. Der Eichborn Verlag sei nach unruhigen Jahren gerade dabei, sich wieder positiv zu entwickeln. Eichborn bedauerte dauerte den Schritt Kormanns und Hörners, zeigte aber auch Verständnis: Die Trennung sei in größtem gegenseitigen Respekt erfolgt.

          Der Frankfurter Verlag will Eichborn Berlin als literarisches Segment des Verlages weiterführen, ob tatsächlich von der Hauptstadt aus, ist im Augenblick noch offen.

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