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Frankfurt : Der Eichborn-Verlag wird eingestellt

Der Verlag mit der Fliege hat die letzte Klatsche erhalten: Ende Juni 2012 ist Schluss Bild: dapd

Der Frankfurter Eichborn-Verlag steht vor dem endgültigen Aus. Der Betrieb wird zum 30. Juni kommenden Jahres eingestellt. Das gab Insolvenzverwalter Holger Lessing am heutigen Mittwoch bekannt.

          Der Gläubigerausschuss des Eichborn-Verlags hat gestern das letzte verbliebene Übernahmeangebot für das insolvente Frankfurter Haus abgelehnt. Insolvenzverwalter Holger Lessing sagte gegenüber dieser Zeitung, das von Aufbau-Verleger Matthias Koch abgegebene Gebot hätte eine Schädigung der Insolvenzmasse und somit der Gläubiger bedeutet.

          Florian  Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Koch hatte Eichborn schon als Mehrheitsaktionär übernehmen wollen, seine Anteile aber später wieder abgegeben. Auch sein jetzt ausgeschlagenes Angebot hätte nach Angaben Lessings den Umzug des Verlags nach Berlin und die Übernahme nur weniger Mitarbeiter bedeutet. Auf der Buchmesse werde sich der Verlag zwar noch präsentieren, ein Frühjahrsprogramm soll es nach de Entscheidung des vorläufigen Gläubigerausschusses aber nicht mehr geben. Dennoch will Lessing den Verlag bis zum Sommer 2012 weiterführen.

          Sollten keine nachgebesserten oder neuen Übernahmeangebote eingereicht werden, müsse er mit den Interessenten an einzelnen Verlagswerten wie der „Anderen Bibliothek“ verhandeln. Bis Ende Juni 2012 müsse Eichborn abgewickelt sein. Die ersten Mitarbeiter müssen Lessing zufolge bereits zum Jahresende entlassen werden.

          Die Angebote waren unzureichend: Der Insolvenzverwalter des Eichborn Verlages, Rechtsanwalt Holger Lessing

          Der Verlag war 1980 von dem damaligen S. Fischer-Lektor Vito von Eichborn und Matthias Kierzek, dem Miteigentümer der Fuldaer Verlagsanstalt, gegründet worden.

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