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Felix von Manteuffel : Harry Potters neue Stimme

  • -Aktualisiert am

Sein Harry Potter ist ein anderer als der von Rufus Beck: Felix von Manteuffel Bild: Franz Bischof / VISUM

Nach fünf Jahren Arbeit fehlen dem Schauspieler Felix von Manteuffel nur noch knapp zweihundert Seiten, dann hat er die sieben Bände „Harry Potter“ vollständig eingelesen. Es ist ein anderer Zauber als bei Rufus Beck.

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          Es gibt auf dem Hörbuchmarkt zwei Platzhirsche: Christian Brückner und Rufus Beck. Strenggenommen müsste man auch Harry Rowohlt dazuzählen, aber der hat ein eigenes Revier. Allen voran war es seine Lesung von „Harry Potter“, die Rufus Beck bekannt machte: Nicht nur Kinder werden beim Zuhören seines theatralischen, exaltierten Sprechens ganz hibbelig vor Aufregung. Wohltuend gelassen nimmt sich dagegen die Lesung des Originals von Stephen Fry aus: Da vergisst man die Zeit und die Welt um sich herum und möchte stunden-, ja tagelang gebannt zuhören.

          Wie sich jetzt herausstellt, hatte der Münchner Hörverlag nicht nur mit Rufus Beck schon früh sein Ohr am Puls der Zeit. Denn seit sage und schreibe fünf Jahren zieht sich der Schauspieler Felix von Manteuffel in regelmäßigen Abständen heimlich für einige Wochen mit dem befreundeten Regisseur Sven Stricker ins Tonstudio zurück. Noch knapp zweihundert Seiten fehlen ihm, dann hat er die sieben Bände „Harry Potter“ vollständig eingelesen. Der Verlag will das Projekt, über das selbst im eigenen Haus nur die allerwenigsten Bescheid wussten, weniger als Konkurrenz zu Rufus Beck verstanden wissen denn als Beweis dafür, wie unterschiedlich ein Werk durch die individuelle Stimme, Tonlage, Melodie und Duktus wirken kann.

          Dunkler und erwachsener

          Erste Hörproben ergeben jedenfalls einen Maximalunterschied zu Rufus Beck, dessen Lesung Felix von Manteuffel, wie er erzählt, bis heute nicht gehört hat, um unvoreingenommen an das Werk herangehen zu können. Außer der Lesung Stephen Frys hat er sich überhaupt alles, was mit „Harry Potter“ zu tun hat, in den vergangenen Jahren vom Leib gehalten, keinen der Filme gesehen, sich nicht für die Spekulationen über den Ausgang interessiert. Zunächst sei er, wie bei allen „bestsellerhaften“ Titeln, skeptisch gewesen, was die literarische Qualität der Bücher anging, sagt Manteuffel. Aber diese Zweifel seien beim Lesen schnell weg gewesen. Ein Lieblingsbuch unter den sieben hat er nicht, im Gegenteil: Seine Bewunderung gilt dem großen Bogen, den J. K. Rowling spannt. Besonders fasziniere ihn, wie die Bücher immer düsterer werden, immer näher ans Leben heranrücken. Das merkt man auch seiner Stimme an, die sich mit den Büchern verändert.

          Macht sein Potter-Publikum hibbelig vor Aufregung: Rufus Beck
          Macht sein Potter-Publikum hibbelig vor Aufregung: Rufus Beck : Bild: ddp

          Dunkler und erwachsener wirkt auch die neue Aufmachung, die der Hörverlag Manteuffels Lesung angedeihen lässt. Doch vor allem die Lesung selbst dürfte „Harry Potter“ neue Zuhörer bescheren. Und weil Potter-Fans bekanntlich gern die Tage zählen, sei noch verraten, dass die Gesamtlesung Felix von Manteuffels am 12. März nächsten Jahres erscheint; die ersten drei Bände werden zeitgleich auch als Einzelausgaben in den Handel kommen.

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