https://www.faz.net/-gqz-12ihm

„Daten deutscher Dichtung“ : Umstrittenes Lexikon wird nicht mehr verlegt

  • Aktualisiert am

Bild: dtv

Das Handbuch „Daten deutscher Dichtung“ der bekannten Antisemitin Elisabeth Frenzel, veröffentlicht 1953 und seither immer wieder aufgelegt, wird ab sofort aus dem Programm von dtv genommen.

          1 Min.

          Der Deutsche Taschenbuchverlag nimmt das zweibändige Handbuch „Daten deutscher Dichtung“ von Herbert A. und Elisabeth Frenzel ab sofort aus seinem Programm. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 10. Mai war auf die antisemitische Dissertationsschrift Elisabeth Frenzels und die erstaunlichen Lücken in dem 1953 erstveröffentlichten Lexikon hingewiesen worden, in dem unter anderen die Werke Kurt Tucholskys, Klaus Manns und Oskar Maria Grafs fehlen (Taten deutscher Dichtung: Standardwerk mit Lücken).

          Der dtv-Verleger Wolfgang Balk teilte mit: „Selbstverständlich können wir der ausführlichen Darstellung – auch wenn sie uns peinlich berührt – nichts entgegensetzen.“ Aus „urheberrechtlichen Gründen“ habe man das Werk, das 2007 in der 35. Auflage bei dtv erschien, nicht generell überarbeiten können. Lizenzgeber ist Kiepenheuer & Witsch, dessen Verleger Helge Malchow die Entscheidung Balks ausdrücklich begrüßt.

          Weitere Themen

          Wie wird man der Infodemie Herr?

          Ausstellung „Fake for Real“ : Wie wird man der Infodemie Herr?

          Von der Antike bis zur Gegenwart: Das Haus der Europäischen Geschichte blickt auf Falschnachrichten und das postfaktische Zeitalter. Es wird deutlich: „Fake News“ sind keineswegs ein neues Phänomen.

          Ein alter neuer Deal

          Kunstförderung in New York : Ein alter neuer Deal

          Fast zwei Drittel aller Jobs in der Kulturszene New Yorks wurden während der Pandemie vernichtet. Bürgermeister De Blasio versucht nun mithilfe einer Idee von Franklin D. Roosevelt dieser Entwicklung einen Riegel vor zu schieben.

          Topmeldungen

          Rettungskräfte in der südisraelischen Stadt Sderot versorgen eine Frau nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen am 12. Mai

          Angriffe in Israel und Gaza : Wenn man die Angst hören kann

          Die Heftigkeit der Angriffe der Hamas und des israelischen Militärs, aber auch der Gewalt in Israel selbst haben viele überrascht. Und alle fragen sich: Wird diese „Runde“ bald vorüber sein und wird sich etwas ändern?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.