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Buchrechte im Internet : Google einigt sich mit Verlegern

  • -Aktualisiert am

Sie haben das „Go”: Google kann Millionen Bücher im Internet zeigen Bild: ddp

Die amerikanische Internetsuchmaschine Google zahlt 125 Millionen Dollar zur Erstellung eines „Buchrechte-Registers“ und zur Begleichung der Forderungen der Autoren und Verlage. Google kann nun Millionen Bücher in seiner Google-Buchsuche durchsuchbar machen.

          Die amerikanische Internetsuchmaschine Google hat ihre Rechtsstreitigkeiten mit der amerikanischen Authors Guild und der Association of American Publishers (AAP) beigelegt. Google kann nun Millionen Bücher in seiner Google-Buchsuche durchsuchbar machen. Die Vereinbarung ermöglicht den Zugang zu Büchern, die nicht mehr verlegt werden.

          Jordan Mejias

          Feuilletonkorrespondent in New York.

          „Das ist das größte Buch-Geschäft in der Geschichte der amerikanischen Verleger. Millionen Bücher finden nun im Internet ein neues Zuhause und neue Leser“, sagte Paul Aiken, der Chef der Authors Guild, in einer Telefonkonferenz. AAP-Chairman Richard Sarnoff sagte, die Vereinbarung „bringe neues Leben in Millionen Bücher, ohne die Urheberrechte zu verletzen“. Und David Drummond, der Chefjustiziar von Google, sprach sogar „vom Beginn einer neuen Ära des Zugangs zu digitalen Informationen“. Google zahlt 125 Millionen Dollar zur Erstellung eines „Buchrechte-Registers“ und zur Begleichung der Forderungen der Autoren und Verlage.

          Sieben Millionen Bücher digitalisiert

          Die Google-Buchsuche umfasst bisher rund sieben Millionen Bücher, deren Inhalt digitalisiert wurde. Große amerikanische Verleger und Autoren hatten allerdings gegen Google geklagt, weil sie ihre Urheberrechte an ihren Büchern nicht geschützt sahen. Diese Bücher wurden daher nicht digitalisiert. Diese Klagen sind mit der Einigung nun vom Tisch.

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          Google kann nun bis zu 20 Prozent der Bücher, von denen bisher nur Titel und Autor verfügbar waren, im Internet zeigen. Zudem soll die Buchsuche als Marktplatz für alle anderen urheberrechtlich geschützten Bücher ausgebaut werden. Die Erlöse sollen dann zwischen den Verlegern, Autoren und Google geteilt werden. Die Vereinbarung gilt zunächst nur für die Vereinigten Staaten, dürfte aber ein Durchbruch für die Verhandlungen in anderen Ländern sein.

          Balance zwischen den Rechteinhabern und der Öffentlichkeit

          Auf die Frage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wie der Streit nun so überraschend beigelegt werden konnte, antwortete Jan Constantine, eine Vertreterin der Authors Guild: „ Es handelt sich um eine sehr komplizierter Vereinbarung, und wir haben dazu zweieinhalb Jahre gebraucht, einfach weil wir es richtig machen wollten.“ Peter Petre, ebenfalls von der Autors Guild, die mehr als achttausend Autoren vertritt, sagte: „Es gibt immer noch viele Dinge, über die wir unterschiedlicher Meinung sind, aber von Anfang an herrschte Einverständnis darüber, dass es eine Balance zwischen den Rechteinhabern und dem Zugang der Öffentlichkeit geben müsse.“

          Adam Smith, Direktor für Produktmanagement von Google, wies darauf hin, dass eine gemeinsame Vereinbarung der Sache dienlicher sein müsse als ein lange sich hinziehender Prozess. Und dass Beträge, die für Prozesskosten anfielen, nun Autoren und Verlagen zugute kommen könnten. Für die Association of American Publishers erklärte Jim Pastore: „Wir haben so Profil in eine Sache gebracht, die nur schwer zu fassen ist, etwa wenn es um vergriffene Bücher geht. Wir haben nun einige Finanzmodelle, deretwegen es sich gelohnte hat, einige Jahre zu verhandeln.“

          „Wir haben gemeinsam Regeln aufgestellt“

          Petre betonte auch, dass es sich bei der Vereinbarung nicht nur um einen ersten Schritt handle: „Es ist ein außerordentlich fundiertes und detailliertes Dokument, das eine große Zahl von Mechanismen beschreibt, mit denen die meisten absehbaren Unstimmigkeiten zu lösen sind. Wir haben es hier nicht mit der Eröffnungssalve für eine lange Schlacht zu tun.“ Pastore stimmte ihm zu: „Wir haben gemeinsam Regeln aufgestellt und können uns als Geschäftspartner nun nach ihnen richten.“

          Alex Macgillivray, Anwalt für Google, machte noch einmal darauf aufmerksam, dass die Vereinbarung lediglich für die Vereinigten Staaten gelte: „Wir verfügen damit aber über ein großartiges Geschäftsinstrument und freuen uns darauf, auch in anderen Ländern mit Autoren, Verlegern und Rechteverwaltern zu verhandeln.“

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