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Theatertage Mülheim : Lukas Bärfuss ist „Dramatiker des Jahres“

  • Aktualisiert am

Lukas Bärfuss Bild: dpa/dpaweb

Der Schweizer Autor Lukas Bärfuss ist zum "Dramatiker des Jahres" gewählt worden. Die Jury der Mülheimer Theatertage zeichnete Bärfuss für sein Stück "Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)" aus. Er erhält ein Preisgeld von 15.000 Euro.

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          Der Schweizer Schriftsteller und Theatermacher Lukas Bärfuss ist bei den 30. Mülheimer Theatertagen zum „Dramatiker des Jahres“ gewählt worden. Mit drei von fünf Stimmen sprach sich die Jury nach kurzer öffentlicher Diskussion in der Mülheimer Stadthalle am frühen Sonntagmorgen für sein Stück „Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)“ aus. Bärfuss konnte auch die Publikumsstimme für sich verbuchen. Das Preisgeld beträgt fünfzehntausend Euro.

          Lukas Bärfuss, 1971 in Thun geboren, arbeitete nach seiner Schulzeit in verschiedenen Berufen, unter anderem als Buchhändler. Seit 1997 ist er freier Schriftsteller und Theatermacher. Mit Samuel Schwarz gründete er die Theatergruppe „400asa“. Bärfuss kommt aus der freien Theaterszene Zürichs. Er hat bereits über ein Dutzend Stücke veröffentlicht. Den größten Erfolg errang er mit „Die sexuellen Neurosen unserer Eltern“.

          Wir fahren nicht nach Tschenstochau

          Im Mittelpunkt von „Der Bus“ steht die Kritik an der Gleichgültigkeit aller gegenüber jungen Menschen. Ein Mädchen steigt, als es nach Tschenstochau fahren will, in einen falschen Bus. Der Fahrer bedrängt und bedroht sie, alle Passagiere lassen Bärfuss' Heldin im Stich. Das Stück drückt Ängste junger Menschen vor Perspektivlosigkeit wie Isolation aus und verbindet damit Fragen von Religion, Glaube, aber auch Zweifel.

          Das Auswahlgremium hatte aus etwa 150 in dieser Spielzeit uraufgeführten Stücken acht erkoren und nach Mülheim eingeladen. Rebekka Kricheldorf fand für ihre „Ballade vom Nadelbaumkiller“ ebenso wenig wie Theresia Walser für ihre bissige Satire „Die Kriegsberichterstatterin“ einen Juror, der in der entscheidenden Schlußrunde für sie stimmte. Auch Roland Schimmelpfennig („Die Frau von früher“) und Anja Hilling („Mein junges idiotisches Herz“) konnte keinen Preisrichter für sich gewinnen.

          Ein Juror sprach sich für Dea Lohers soziale Anklage „Das Leben auf der Praça Roosevelt“ aus. Fritz Kater erhielt für seine Arbeitslosentrilogie „3 von 5 Millionen“ ebenfalls eine Stimme. Peter Handke hatte sich dem Wettbewerb entzogen. Der Büchnerpreisträger, der mit seinem „Untertagblues“ eingeladen worden war, nahm auf eigenen Wunsch nicht am Wettbewerb teil.

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