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Taiwan : Willkommen im Wohnzimmer

  • -Aktualisiert am

Die Zukunft ist futuristisch: Das Nationale Zentrum für Kunst und Kultur in Kaohsiung. Bild: Mecanoo/Iwan Baan

Taiwans Kultur ist zu neuem Selbstbewusstsein erwacht – und emanzipiert sich von seinem großen Nachbarn. Nur noch acht Prozent der Einwohner fühlen sich weiterhin als Chinesen.

          6 Min.

          Es ist fast Mitternacht, als Lin Hwai-min erfährt, dass seine Besucher den Freiheitsplatz im Zentrum von Taipeh noch nicht gesehen haben. Alle sind müde von der Fülle belebender Eindrücke am Ende eines langen Tages. Der international gefeierte Choreograph, der in seiner Heimat so etwas wie ein Nationalheld ist, besteht dennoch darauf, dass der Fahrer umdreht. Zu dieser späten Stunde ist die gewaltige Anlage mit der von Nationalem Konzerthaus und Nationaltheater flankierten Tschiang-Kai-schek-Gedächtnishalle menschenleer. Die nächtliche Beleuchtung steigert den totalitären Charakter des Paradeplatzes vor den

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          im traditionellen chinesischen Tempelstil errichteten Bauten aus den späten siebziger Jahren. Sie proklamieren die bis in die neunziger Jahre aufrechterhaltene Fiktion des 1949 nach seiner Niederlage im Bürgerkrieg auf die Insel Taiwan geflohenen Kuomintang-Regimes, der einzige legitime Vertreter ganz Chinas zu sein.

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