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Suhrkamp : Elegante Lösung

  • -Aktualisiert am

Trotz des laufenden Insolvenzverfahrens müssen Suhrkamp-Autoren nicht um ihre Honorare fürchten. Das Ehepaar Ströher springt dem Verlag mit einer Zwischenfinanzierung zur Seite.

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          Der Suhrkamp Verlag hat gut zweieinhalb tausend Autoren, jeder von ihnen erhält zweimal im Jahr eine Honorarabrechnung, im Januar und im August. Seit dem 25. Mai befindet sich der Verlag jedoch im sogenannten Schutzschirmverfahren, und am Dienstag vergangener Woche hat das Amtsgericht Berlin Charlottenburg wegen Verschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren eröffnet. Was bedeutet das für die Honorare? Müssen die Autoren womöglich befürchten, diesmal leer auszugehen? Gehören ihre Rechte am Ende gar zur Insolvenzmasse?

          Ein Anruf bei der Suhrkamp-Pressechefin wird dieser Tage auch am Wochenende entgegengenommen. „Auf keinen Fall“, antwortet Tanja Postpischil ohne zu zögern. Für dieses Problem habe man eine „elegante Lösung“ gefunden. Genaugenommen müssten die Autoren jetzt zwar einige Monate auf ihr Geld warten. Weil Suhrkamp momentan aufgelaufene Forderungen erst bezahlen darf, wenn der Insolvenzplan verabschiedet und in Kraft ist. Das kann nicht vor Anfang Oktober geschehen, wenn er der Gläubigerversammlung zur Entscheidung vorgelegt wird. Um die Verzögerung zu verhindern und den Autoren die Möglichkeit zu geben, ihr Geld zur gewohnten Zeit zu erhalten, hat sich, wie Tanja Postpischil sagt, das Ehepaar Sylvia und Ulrich Ströher bereit erklärt, über ihre SAF GmbH eine Zwischenfinanzierung bereitzustellen.Dabei handelt es sich um einen sogenannten Forderungsankauf durch die Firma der Ströhers. Der Suhrkamp Verlag zahlt die zur Verfügung gestellten Gelder zurück, sobald es insolvenzrechtlich zulässig ist.

          Für die Autoren, die in den nächsten Tages dazu Post von ihrem Verlag bekommen, ist das eine gute Nachricht. Allerdings sollten diejenigen, die im Oktober über den Insolvenzplan mitstimmen möchten, das Angebot ausschlagen und abwarten. Denn durch die Bezahlung ihrer Forderungen sind sie keine Gläubiger mehr - und dadurch in der Versammlung nicht mehr stimmberechtigt. Interessant an der Sache ist freilich, dass ausgerechnet die Wella-Erben Ströher dem Verlag jetzt zur Seite springen. Bislang wusste man, dass das Sammlerehepaar Interesse daran hat, Hans Barlachs Anteile am Verlag zu übernehmen. Tatsächlich wird auf Verlagsseite schon engstens kooperiert.

          Sandra Kegel

          Verantwortliche Redakteurin für das Feuilleton.

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