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Genügsamkeit versus Konsum : Nachhaltig in Saus und Braus

  • -Aktualisiert am

Das Gärtnern als Vorbild Bild: Frank Röth

Wir reden gern von Suffizienz und machen weiter wie bisher. Über den schwierigen Versuch, Genügsamkeit ins Geschäftsmodell unserer Gesellschaft zu integrieren.

          5 Min.

          Umberto Eco hat die Kulturkritiker in zwei Sorten unterteilt: Apokalyptiker und Integrierte. Die einen sähen schwarz, die anderen wiegelten ab und fänden, eigentlich fügten sich die derzeitigen Entwicklungen doch ganz passabel ineinander. Naturgemäß begegnet man diesen beiden Haltungen in der Frage, wie es mit der Gesellschaft weitergehen soll – zumal das anscheinend unbegrenzte Wachstum im Widerspruch zur Endlichkeit natürlicher Ressourcen steht. Erstere geißeln den Konsumismus und mahnen mit moralischem Impetus mehr Verzicht an. Anders die funktionale Deutung: Sie kocht das Drama auf kleiner Flamme und hält geringfügige Modifikationen für völlig ausreichend.

          Im Begriff „Suffizienz“ bündelt sich diese Debatte. Allerdings bleibt offen, wie sich die Tugend des Maßhaltens und der Wunsch nach qualitativem Wachstum zueinander verhalten. Während Effizienz in der Regel auf neue Technologien zielt, meint Suffizienz eher ein Umdenken. Und das ist gesellschaftlich ungleich schwerer zu haben. Zwar gibt es sie punktuell bereits, die neue Genügsamkeit, diesen „Kult des Weniger“. Das mag an ideologische Systemverweigerung erinnern, auch an die alternativen Selbermach-Modelle der Hippies der siebziger Jahre. Aber schließlich warnte der Club of Rome schon 1972 vor den Grenzen des Wachstums.

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