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Streit um Vergütung : Großangriff auf die VG Wort

Es wird mit üblen Mitteln gearbeitet

Von denen aber muss die VG Wort das Geld nun rückwirkend bis zum Jahr 2012, in dem das Vogel-Verfahren begann, zurückfordern. Sie hatte die Summen nur unter Vorbehalt ausbezahlt, gleichwohl dürfte die Rückforderung viele Verlage, vor allem kleinere, schmerzen, einige sogar in den Ruin treiben. Den Kläger Vogel kümmert das nicht. Er hat zu der außerordentlichen Mitgliederversammlung der VG Wort, die an diesem Samstag in München stattfindet, den Antrag gestellt, man möge den Verlagen eine Zahlfrist von zwei Wochen vorschreiben. Er setzt den ihm offenbar verhassten Verlegern das Messer an die Kehle.

Der Vorstand der VG Wort hat etwas anderes im Sinn. Er legt den Mitgliedern des Vereins Anträge vor, die eine zeitlich gestreckte Rückzahlung für die Verlage vorsehen, und weist die Autoren darauf hin, dass sie ihre durch das BGH-Urteil entstandenen Forderungen gegenüber den Verlagen auch abtreten können. Will heißen: Die Autoren würden auf die Rückforderung verzichten. Für dieses Ansinnen wird die VG Wort von den Vogel-Unterstützern angegriffen, besonders laut von dem Verein freier Journalisten namens „Freischreiber“ und auf dem Portal irights.info, das seit je durch seine besondere Nähe zu den Interessen von Online-Konzernen auffällt.

Dabei wird im Meinungskampf im Netz auch mit üblen Mitteln gearbeitet. Bei Twitter tauchte ein gefälschter Account „@vgwort“ auf. Und dann kursiert die Falschinformation, dass den Journalisten, den freien Journalisten zumal, etwas weggenommen werden solle. Der Witz bei der Sache ist nur: Die Journalisten, die bei der VG Wort sind, betrifft die Regelung der pauschalen Vergütungsverteilung von fünfzig zu fünfzig beziehungsweise siebzig zu dreißig gar nicht. Diese gilt für die beiden anderen Berufsgruppen, welche die VG Wort vertritt – die Buchautoren und die Buchverlage.

Die Vogel-Unterstützer haben getrommelt

Diese pflegen in der VG Wort ein einvernehmliches Verhältnis und verstehen sich nicht als Konfliktparteien, weil sie wissen, dass ein Buch als Ganzes nicht allein durch den Autor und selbstverständlich auch nicht nur durch den Verlag entsteht und sie im Kampf um ihre Rechte gerade in der digitalen Welt nur gemeinsam eine Chance haben. Die Presseverlage, welche die Gegner der VG Wort als vermeintliche Nutznießer des Verteilungsschlüssels ausgeben, sind bei alldem raus. Sie haben ihre VG-Wort-Einkünfte seit langem an die Verbände BDZV und VDZ gegeben, die damit wiederum eine Fortbildungsakademie für Journalisten betrieben haben. Diese hat ihre Arbeit kurz nach der Verkündung des BGH-Urteils mangels Finanzgrundlage eingestellt.

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