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Streit um Gotteshaus : Ein lange ersehntes Urteil

  • -Aktualisiert am

Muslimeder „Tamil Nadu Thowheedh Jamaath“-Organisation protestieren gegen das Urteil des Supreme Court zur heiligen Stätte in Ayodhya, 18. November 2019. Bild: AFP

Im Brennpunkt zweier Religionen: Die zerstörte Moschee von Ayodhya soll ausgelagert werden.

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          Der 6. Dezember 1992 war ein schwarzer Tag für das unabhängige Indien. In dem hinduistischen Wallfahrtsort Ayodhya im nordindischen Uttar Pradesh attackierten fanatische Hindus die Babri-Moschee und machten sie innerhalb weniger Stunden dem Erdboden gleich. Ein Aufschrei ging durch die Nation. Tagelang danach blieb sie wie erstarrt. Aus Protest und Hilflosigkeit riefen die Parteien einen Generalstreiktag nach dem anderen aus. Dadurch wurden größere Unruhen zwischen Hindus und Muslimen verhindert. Dennoch starben Hunderte, und die Polarisierung der Bevölkerung zwischen Hindus und Muslime war noch stärker als bisher.

          Aufgrund der Animosität zwischen den beiden Religionen war der Subkontinent 1948 in Indien und Pakistan aufgespalten worden – mit dem Ergebnis, dass sich bis heute zwei verfeindete Länder gegenüberstehen. Ayodhya ist einer der Brennpunkte dieses Konflikts. Immer wieder muss jedoch betont werden, dass die muslimische Minderheit insgesamt friedfertig in Indien integriert ist. Kulturell übt der Islam dort enormen Einfluss aus, vor allem in der Musik und der Architektur, andererseits nahm der indische Islam zum Beispiel im Sufismus zahlreiche Hinduelemente auf.

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