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Fragen an die Bronzezeit : Wer war Hammurapi?

Die 1902 in Susa gefundene Gesetzesstele des Hammurapi wird heute im Louvre aufbewahrt. Bild: Picture-Alliance

Noch Jahrhunderte nach seiner Regierungszeit galt er als weise und gerecht. Seine Bestrafungspraxis formte das alte Babylon. Der Altorientalist Stefan Maul beantwortet Fragen zu Hammurapi und seiner Zeit.

          14 Min.

          Hammurapi war ein kluger, ausgefuchster Machtpolitiker, der im 18. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung mehr als 40 Jahre lang als König von Babylon regierte. Unter seiner Führung stieg sein kleines, im Süden des heutigen Bagdad am Euphrat gelegenes Königreich zu einer Großmacht auf, die große Teile des Vorderen Orients beherrschte.

          Uwe Ebbinghaus
          Redakteur im Feuilleton.

          Der altorientalischen Nachwelt galt Hammurapi bis zum Untergang der Keilschriftkultur um die Zeitenwende als einer der größten Könige, nicht nur wegen seiner umfangreichen Eroberungen, sondern auch, weil er sich mit seiner als „Kodex Hammurapi“ bekannt gewordenen Sammlung von „Rechtssprüchen“ den Ruf des Weisesten und Gerechtesten aller Herrscher erworben hatte, der allen Menschen, auch den Armen und Schwachen, Gerechtigkeit widerfahren ließ.

          In vielen originalen Keilschriftquellen, in Briefen und Dokumenten, die auf uns gekommen sind, können wir in Hammurapi einen Herrscher erkennen, der sich bis in kleinste Details um die Rechtsangelegenheiten seiner Untertanen kümmerte. Das babylonische Motiv des gerechten Königs lebt wohl in der biblischen Tradition vom „weisen Salomo“ fort. (Stefan Maul)

          Prof. Stefan Maul erklärt : Die Keilschrift

          Was bedeutet der Name „Hammurapi“ (oder „Hammurabi“)?

          Stefan Maul: Der Name Hammurapi ist kein babylonischer, sondern ein westsemitischer Name, der soviel wie „Die Gottheit Hammu ist ein Heiler“ bedeutet. „Hammu“ ist eigentlich die Bezeichnung des Onkels väterlicherseits. Der „Hammu“ genannten Gottheit wurde die Eigenschaft zugeschrieben, so wie der Onkel über den Neffen, über seinen Schützling zu wachen. Hammurapis Vorfahren stammten aus dem syrisch-palästinischen Raum und tragen daher, so wie auch die Nachfolger Hammurapis, westsemitische Namen.

          Welche Schrift fand zu Hammurapis Zeit Verwendung? Wer beherrschte diese?

          Zur Zeit des Hammurapi, im 18. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, beschrieb man im Vorderen Orient Täfelchen aus noch formbarem Ton mit einem Rohrgriffel. Da die dabei entstehenden Eindrücke Keilform aufweisen, spricht man von der Keilschrift. In den Jahrhunderten vor Hammurapi war aus dem recht komplizierten, im ausgehenden vierten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung entstandenen Keilschriftsystem eine Schrift entstanden, die mit weniger als hundert Zeichen auskam und daher leicht zu lernen und zu lesen war.

          Konnte Hammurapi seinen Namen schreiben?

          Wir verfügen zwar über keine Dokumente, von denen wir mit Gewissheit sagen können, dass Hammurapi sie persönlich schrieb. Aber wir kennen Hunderte in seinem Namen verfasste Briefe, in denen auch davon die Rede ist, dass Hammurapi Akteneinsicht über bestimmte Dinge verlangte. Es ist daher so gut wie sicher, dass er lesen und damit wohl auch schreiben konnte.

          In welcher Zeitrechnung lebte Hammurapi selbst? Wonach richtete sie sich?

          In der Zeit des Hammurapi pflegte man jedem Jahr einen Namen zu geben und zitierte dementsprechend zurückliegende Jahre. Man war der festen Überzeugung, in einer viele Jahrtausende alten städtischen Hochkultur zu leben.

          HAMMURAPI UND SEINE ZEIT

          Wie sah Hammurapis Weltbild aus, welcher Religion hing er an?

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