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Neue Städte braucht die Welt : Zieht doch in die Mall!

Malls ließen sich in einer neu gedachten Stadt leicht umnutzen. Bild: CHRISTOPHER SOOHOO

Arbeit wird durch Digitalisierung grundlegend verändert – und mit ihr die Stadt, die traditionell um das Arbeiten herumgebaut wurde. Werden wir in Zukunft überhaupt noch in Bürotürmen arbeiten und in Malls einkaufen?

          8 Min.

          Plötzlich kam alles anders. Es ist noch gar nicht so lange her, da konnten sich Stadtplaner und Soziologen sehr schnell auf ein Feindbild einigen, das für den Niedergang der Städte verantwortlich war: die Shopping Mall. Die Einkaufszentren, hieß es, machten mit ihren Billigangeboten die kleinen Läden in den alten Stadtzentren kaputt, die spätkapitalistische Konsumgesellschaft baue sich die echten Altstädte als kitschiges Surrogat in den Kisten am Stadtrand nach, mit Passagen und Plätzen und kleinen Parks, in die allerdings nur der konsumwillige Mittelstand hineingelassen würde, während die echte Stadt, die „Stadt für alle“, unter dem kommerziellen Druck der Malls eingehe: Deren Urbanismusimitat zerstöre die Stadt, sauge alles Leben ab, nicht nur die Kunden, sondern auch die Spaziergänger, und die Jugendlichen, die man vorher nicht so gern in den Zentren herumlungern sah, aber in dem Moment, in dem sie beschlossen, stattdessen vor und in den Malls für Ärger und Schrecken zu sorgen, schmerzlich vermisste und vor den schädlichen Folgen des Herumhängens in den stadtgleichen Konsumwelten bewahren wollte.

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          Auf Kongressen und in Diplomarbeiten wurden die düstersten Bilder von einer Zukunft gezeichnet, in der die Menschen nur noch durch die Konsumthemenparks von Malls und Gated Communities geistern – und dann kam, zum Erstaunen der Mallfeinde und zum Schrecken ihrer Betreiber, alles ganz anders.

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