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Punkband sucht Konzertort : Stadt und Theater in Dessau für Auftritt von Feine Sahne Fischfilet

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Jan Gorkow von Feine Sahne Fischfilet Ende Juni beim Hurricane Festival im niedersächsischen Scheeßel Bild: dpa

Das Bauhaus hatte einen Auftritt der umstrittenen Punkband abgesagt, und auch das Anhaltische Theater hatte ein Gastspiel zunächst abgelehnt. Jetzt bittet es um Entschuldigung und bietet Unterstützung an.

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          In der kontrovers geführten Diskussion um den Auftritt von Feine Sahne Fischfilet in Dessau-Roßlau will das Anhaltische Theater die Punkband unterstützen. Die Theaterleitung habe verstanden, dass der Diskurs über Kunst nur geführt werden könne, wenn die Kunst sich unbedingt in aller Freiheit präsentieren könne, heißt es in einer an diesem Montag in Dessau-Roßlau veröffentlichten Erklärung. „Die abschlägige Antwort auf eine kurzfristige Anfrage der Medien war schlecht überlegt und falsch.“

          Das Theater habe nun Kontakt mit der Band aufgenommen, um Entschuldigung gebeten und den Akteuren in Dessau, die sich um einen alternativen Spielort bemühen, Hilfe und Beteiligung angeboten, heißt es weiter. Die Stadt unterstütze bei der Raumfindung und begrüße den Auftritt in ihren Mauern. „Als das heutige Gebäude des Theaters errichtet wurde, wurden Künstler gegängelt, an der Ausübung ihres Berufs gehindert und massenweise vertrieben, verschleppt und getötet.“ Dem Theater sei bewusst, dass Versuchen, die Kunst zu behindern, jederzeit entgegengetreten werden müsse.

          Der Auftritt der Punkband soll am 6. November in Dessau stattfinden. Die Absage des Konzertes durch die Bauhaus-Stiftung hatte eine bundesweite Debatte und heftige Kritik ausgelöst. Die Stiftung vermietet seit 2011 ihre Bauhausbühne zweimal jährlich für die Aufzeichnungen der ZDF-Konzertreihe zdf@bauhaus. Gegen das geplante Konzert der Band Feine Sahne Fischfilet, die unter anderem auch Anfang September in Chemnitz beim Konzert gegen Rechts aufgetreten war, hatten rechte Gruppierungen im Internet mobilisiert. Die Band kündigte am Wochenende an, an dem umstrittenen Auftritt in Dessau-Roßlau festzuhalten und warf der Bauhaus-Stiftung vor, auf Druck von AfD, CDU und der lokalen Neonazi-Szene eingeknickt zu sein.

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