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Gendergerechte Sprache : Der Hannoveraner muss weg

Die World Breeding Federation for Sport Horses hat sich zur Entscheidung der Stadt Hannover bislang nicht geäußert. Bild: dpa

Die Verwaltung der Stadt Hannover verordnet ihren Mitarbeitern den Gebrauch einer „geschlechtergerechten Verwaltungssprache“. Der Oberbürgermeister verspricht sich ein „wichtiges Signal“. Aber was wird aus dem Hannoveraner?

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          Der Hannoveraner ist ein Gebäck. Und ein Pferd. Und ein hannoverscher Bürger, ein Bewohner der Stadt Hannover oder der Region Hannover. Außerdem ist er ein Angehöriger des Hauses Hannover, ein Einwohner des ehemaligen Königreiches Hannover und ein Jagdhund, ein Schweißhund, um genau zu sein. Vor allem aber ist der Hannoveraner in unseren Zeiten, die nach gedankenlos zusammengeschusterten Gerechtigkeitssurrogaten und realitätsvernebelnden Egalitätssymbolen gieren wie eine vertrocknende Primel nach ein paar Regentropfen, ein Unding.

          Der Hannoveraner muss weg. So ist es beschlossen worden. Von wem? Von einigen Hannoveranern. Die müssen nun selber auch weg. Aber das ist nur gerecht, und um Gerechtigkeit geht es schließlich. Der Hannoveraner ist nämlich eine zum Himmel über Hannover schreiende Geschlechterungerechtigkeit. Das darf nicht länger sein. Deshalb hat die Verwaltung der Stadt Hannover beschlossen, ihren etwa elftausend Mitarbeitern den Gebrauch einer „geschlechtergerechten Verwaltungssprache“ zu verordnen. Dadurch werden Wähler zu Wählenden und Lehrerinnen zu Lehrenden. Im Rathaus der Stadt dürften hinter dem Rednerpult, das künftig Redepult heißen soll, nicht mehr Stadträte und Stadträtinnen stehen, sondern Ratende.

          Ob das dem Wählendenwillen entspricht? Die neue Verordnung sieht jedenfalls vor, dass städtische Formulare, E-Mails, Mitteilungen, Broschüren und Briefe nur noch genderneutral formuliert sein dürfen. Der Oberbürgermeisternde der Stadt verspricht sich davon ein „wichtiges Signal“. Aber was wird nun aus dem Hannoveraner? Dass die Wortendung maskulin klingt, können selbst Welfenprinzen und andere Jagdhunde nicht leugnen. Die WBFSH (World Breeding Federation for Sport Horses), die den nicht zuletzt wegen eines exzellenten Gangwerks und seiner hervorragenden Rittigkeit beliebten Warmblüter zu den meistgezüchteten Reitpferderassen zählt, hat sich bislang nicht geäußert. Die Gesamtzahl der Betroffenen in den Kategorien Gebäck, Pferd, Adel und Hund ist nicht bekannt. Für die etwa 535.000 Betroffenen der Kategorien Einwohner, Einwohnerinnen und Einwohnende, die bislang als Hannoveraner bekannt waren, zeichnet sich indes eine durchaus zufriedenstellende Lösung ab. Wir dürfen sie uns von nun als glückliche Menschen vorstellen, als in schönster Geschlechtergerechtigkeit in Hannover und im umliegenden Hannoverschen wesende Hannoverierende.

          Hubert Spiegel

          Redakteur im Feuilleton.

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          Unser Autor: Johannes Pennekamp

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