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Spielplan : Deutsches Schauspielhaus Hamburg: Saisonstart mit Schiller

  • Aktualisiert am

          2 Min.

          Mit Friedrich Schillers „Räubern“ in der Regie von Sebastian Hartmann eröffnet das Deutsche Schauspielhaus Hamburg am 27. September seine nächste Spielzeit im Großen Haus. Am 6. Oktober folgt als zweite Premiere für die Hauptspielstätte in Deutschlands größter Sprechbühne Johann Wolfgang von Goethes „Clavigo“ in der Regie von Jan Bosse. Georg Büchners „Leonce und Lena“ in einer Inszenierung von Stefan Pucher soll am 2. Februar Premiere feiern, William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ in der Regie von Julian Crouch und Phelim McDermott am 1. März.

          Ein Gastspiel mit Robert Lepages „The far side of the moon“ (6. Dezember) sowie ein Auftritt des Frankfurter Balletts unter William Forsythe (Frühjahr 2002) sind ebenso geplant wie eine Koproduktion mit der Hamburgischen Staatsoper: „Bählamms Fest“ nach Leonora Carrington von Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth hat in der Regie von Vera Nemirova am 20. Juni 2002 deutsche Erstaufführung.

          Auf dem Programm im Großen Haus stehen ebenso zwei Uraufführungen. Jerome Bel zeigt im Juni 2002 „Isch spresch nischt deutsch“, und René Pollesch bietet den Zuschauern im Mai 2002 ein neues Stück.

          An den kleinen Spielstätten des Hauses wie Malersaal und Neues Cinema stehen vorwiegend Uraufführungen auf dem Programm. Dazu zählt auch „Liza oder Am letzten Abend bauchfrei“ von Andreas Dsauter in der Regie von Matthias von Hartz. Charlotte Engelke hat August Strindbergs „Fräulein Julie“ in eine eigenwillige Musical-Variante gefasst, und Ingrid Lausund setzt ihr neues Stück „Lilien“ selber in Szene. Meg Stuart plant die Uraufführung von „360 Grad Soli“. Insgesamt stehen 30 Produktionen auf dem Programm der kommenden Saison.

          Neu im Führungsteam des Schauspielhauses sind der Kaufmännische Geschäftsführer Jack Kurfess - vormals Kampnagel - als Nachfolger von Peter Raddatz sowie der Chefdramaturg Michael Eberth.

          Die Überbauung des Parketts und damit die Reduzierung der Plätze um rund 400 auf etwa 900 soll laut Stromberg in der nächsten Saison „sukzessive abgebaut“ werden. Rund 150.000 Zuschauer sind nach Angaben des Theaters in dieser Saison ins Schauspielhaus gekommen, „etwas weniger als in Frank Baumbauers erster Spielzeit“, sagte Stromberg. Der Intendant räumte ein: „Es war nicht einfach, die Nachfolge von Baumbauer anzutreten, der immerhin zum 'Intendanten des Jahrzehnts' gekürt wurde.“

          Das gute Finanzpolster aus der Ära Baumbauer erlaube es, „am Profil des Hauses zu arbeiten, ohne dass es gleich finanziell weht tut“, meinte Kurfess. Der neue Chefdramaturg Eberth setzt auf „die Energie des Hauses“. Er sagte: „Stromberg ist ein Hasardeur, ich habe durch 33 Jahre an großen Theatern der Republik eine gewisse Übersicht gefunden. Mich reizen an dieser Aufgabe die Reibung und der Konflikt.“

          Über der nächsten Spielzeit stehe für ihn das Motto „Yesterday was dramatic, today is okay“, sagte Stromberg. Das Theater brauche „Träumer und Verwirrte, Handwerker und Profis. In diesem Sinne wollen wir uns verstanden wissen. Das Schauspielhaus hat immer am meisten riskiert und auch am meisten auf die Nase gekriegt. In dieser Position, denke ich, werden wir uns weiter wohl fühlen.“

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