Zum Tod von Bruno Latour : „Modern“ – was ist das?
Von Jürgen Kaube
Lesezeit: 2 Min.
Bruno Latour begann als Wissenschaftssoziologe. Mit Ende zwanzig hatte er, nach seiner Promotion an der Universität Tours, in Kalifornien als eine Art Ethnologe endokrinologische Forschungen im Labor des späteren Nobelpreisträgers Roger Guillemin beobachtet und kam zu dem Schluss, dass die Wahrheit und die Tatsachen nicht entdeckt, sondern fabriziert werden. Das Labor erschien als ein Ort, an dem unter Einsatz von Reputation, Bürokratie, Zitaten, Maschinen, Drittmitteln, Argumenten und Konflikten sich Fakten herausbilden. Die wissenschaftliche Publikation mache die Geschichte der Faktenfindung unsichtbar, hier sind Tatsachen stets das Ergebnis „logischer“ Untersuchungsschritte.
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