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Umbau der Royal Academy : Alles so schön altneu hier

  • -Aktualisiert am

Über diese Brücke musst du gehen: David Chipperfields neuer Verbindungsbau von Royal Academy of Arts und Burlington Garden. Bild: Simon Menges

Königliche Hochzeit einer Akademie: Der Sanierungsspezialist David Chipperfield hat die Londoner Royal Academy um- und in Teilen neu gebaut.

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          Vor vielen Jahren hat David Chipperfield hier einmal eine Toilette eingebaut. Daran erinnerte er sich, als er begann, sich mit der Royal Academy zu befassen. Damals stand er am Beginn seiner Karriere. Jetzt hat der international renommierte Architekt, auf die Erfahrungen mit dem Neuen Museum in Berlin und der Renovierung anderer historischer Häuser bauend, einen Masterplan umgesetzt, der die Royal Academy auf neue Grundlagen stellt.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Seit mehr als einem Jahrhundert träumt die Institution davon, sich die angrenzende Immobilie auf der Rückseite ihres Domizils in Burlington House einzuverleiben. Ursprünglich behauste das auf dem Gartengelände der ehemaligen Residenz des Grafen Burlington im italienischen Palazzostil gebaute, von Königin Viktoria im Mai 1870 bei strömendem Regen eröffnete Anwesen die Verwaltung der Londoner Universität. Als diese 1900 nach South Kensington verlegt wurde, zog das Beamtentum ein. Zwischen 1970 und 1997 fand die Ethnographische Abteilung des British Museum in den opulenten Räumen Quartier. Seit deren Heimkehr nach Bloomsbury hat die Academy mehrere Annektierungsanläufe unternommen. Zwar konnte sie 2001 das Gebäude erwerben, doch scheiterten die Erweiterungspläne an fehlenden Mitteln und mangelnder Überzeugungskraft. Nun, da Chipperfield die beiden Häuser durch einen zentralen Durchgang verbunden hat, der, parallel zur benachbarten Burlington Arcade, wie ein Ariadnefaden quer durch beide Grundstücke vom Foyer des Burlington House in die Eingangshalle des Rückgebäudes in Burlington Gardens verläuft, wirkt alles, als hätte es immer so sein müssen.

          Nahtlose Verschmelzung von Alt und Neu

          Der Eingriff besticht durch raffinierte Schlichtheit und eine nahtlose Verschmelzung von Alt und Neu. Von Chipperfield entworfene Messing-Leuchter hängen von viktorianischen Stuckdecken, unauffällige Türrahmen aus gebrannter Eiche koexistieren mit dem barocken historischen Gewebe. Überall dringt Licht ein. Dabei galt es nicht nur, erhebliche physische Hindernisse zu überwinden, allen voran die verschiedenen Ebenen. Es bedurfte auch diplomatischen Geschickes in Verhandlungen mit den verschiedenen Interesseneignern der Royal Academy. Wie Chipperfield es mit seiner Vorliebe für bildhafte Analogien ausdrückt, sei die Zerstückelung Jugoslawiens verglichen damit ein Kinderspiel gewesen.

          Das Ausstellungsprogramm der privat finanzierten Royal Academy lässt oft vergessen, dass die eigenwillige Institution kein Museum ist, sondern genau das, was ihr Name besagt, nämlich eine Kunstakademie mit achtzig aktiven Mitgliedern, deren Selbstverwaltung mitunter in einem spannungsreichen Verhältnis zu der ihr unterstellten Geschäftsführung gestanden hat. Die Kunsthochschule lebte bislang auf einem der besten Liegenschaften Londons in der Abgeschiedenheit ihrer Einrichtungen im Hinterteil von Burlington House. Chipperfields Plan sah jedoch eine Verletzung ihres Hoheitsgebietes vor. Nicht nur, dass zwei Ateliers der neuen Durchgangsstraße weichen mussten. Der Weg durchquert zudem das private Terrain der Lehrstätte, die ihre Ruhe nicht preisgeben wollte. Chipperfield, der selbst Akademiemitglied ist, konnte seine Gefährten überreden, dass ein gewisses Maß an Öffnung von Vorteil sein könne. So wird der Besucher jetzt hinter dem Treppenaufgang zu den Prachträumen der Royal Academy hinuntergeführt durch die Kellergewölbe und wieder hinauf über eine einfache Brücke aus poliertem Beton in das dazugewonnene Anwesen. In die Brücke ist ein vom Boden bis zur Decke reichendes, wie ein Bilderrahmen wirkendes Fenster eingelassen, das eine Aussicht auf den Hinterhof der Künstlerateliers gewährt. Der verwahrloste Streifen zwischen den beiden Gebäuden ist durch eine geschmackvolle Gartengestaltung verschönert und zur nutzbaren Außenraumfläche für die Künstler umgewandelt worden.

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