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Smart Home : Wo der Kühlschrank mit der Heizung spricht

  • -Aktualisiert am

Daten für Google

Der Rahmen solcher Erkenntnis jedoch ist klar abgesteckt. Fadells Dinge sind Computer, die von bestimmten Menschen auf eine bestimmte Art programmiert werden, und zwar so, dass sie den Benutzer etwa dazu anhalten, Strom zu sparen. Das sei schon das Ziel des Thermostats gewesen, das im Netz die Wettervorhersage kontrollieren und die Raumtemperatur nach den Außenbedingungen regeln kann. Mit der Vernetzung der Dinge reiche das „Bewusstsein“ des Temperaturreglers noch weiter. Nest arbeitet jetzt zum Beispiel mit Mercedes zusammen und lässt deren Autos direkt mit der Heizung kommunizieren. So kann der Wagen melden, dass man wegfährt, dass nicht mehr geheizt werden muss, und angeben, wenn man sich wieder dem Haus nähert.

Die Geräte sind so programmiert, dass sie aufzeichnen und auswerten, wer sie wie, wann und wo benutzt. Diese Informationen tauschen nicht nur das Thermostat und das Auto aus. Fadell hatte zwar direkt nach der Übernahme durch Google versichert, keine Daten über die Nest-Nutzer an den Konzern herauszugeben. Das „Wall Street Journal“ berichtete aber nach einem Interview mit Fadells Kollegen Matt Rogers, dass Google natürlich doch die Informationen bekäme, wann die Nutzer des Thermostats zu Hause seien. So könne man noch klimafreundlicher leben. Denn Google hat ein Programm für Smartphones entwickelt, Google Now. Dieser „Assistent“ kann die Nest-Nutzer permanent orten und weiß daher, wann sie nach Hause kommen.

Dinge, die disziplinieren

Neben dem Verlangen nach Komfort und Klimafreundlichkeit unterstellt das Unternehmen den Menschen im 21. Jahrhundert ein weiteres zentrales Grundbedürfnis: Sicherheit. Damit die Nest-Nutzer sicherer seien, hat Nest noch ein anderes Ding in das Netzwerk der Dinge aufgenommen. Für 555 Millionen Dollar wurde Ende Juni der Überwachungskamera-Hersteller Dropcam von Google erworben. Während Google mit GoogleEarth bereits seit Jahren öffentliche Plätze und Straßen überwachen und somit sowieso wissen konnte, wann Menschen Häuser verlassen, kann jetzt zusätzlich geprüft werden, wann welche Menschen welche Häuser verlassen – und was sie in ihnen getan haben.

Wird das dann noch mit einem Armband verbunden, das permanent aufzeichnet, in welchem Zustand sich der Körper gerade befindet, kann die Temperatur zu Hause noch besser auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt werden. So begründet Nest die Zusammenarbeit mit dem Partner Jawbone, einem Unternehmen, das sich auf Armbänder spezialisiert hat, die messen können, wie viele Kalorien man verbraucht, wie viele Stunden man wie tief schläft, welche Nährstoffe man gerade zu sich genommen hat. Sinnvolle Verbindungen herstellen, nennt sich das im Firmen-Blog von Jawbone. Dazu gehört auch eine Partnerschaft mit Alfa Bank, einer russischen Firma, die Kunden höhere Kredite gibt, wenn das Armband zeigt, dass sie diszipliniert mit dem eigenen Körper umgehen. „Gesundes Leben ermöglicht gesunde Finanzen“, heißt das bei Jawbone.

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