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Sigourney Weaver im Gespräch : „Ich hatte großen Spaß, mit diesem Image zu spielen“

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„Momentan werden mir die interessantesten Rollen meiner Karriere angeboten“, sagt Sigourney Weaver. Bild: AP

Mit dem Film „Alien“ wurde sie 1979 berühmt. Jetzt ist Sigourney Weaver Stargast in der Serie „Call My Agent!“. Im Gespräch erklärt sie, was sie an fiesen Figuren reizt – und wie sie das Altern erlebt.

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          Bekannt wurde sie 1979 als Weltall-Amazone, die in Ridley Scotts „Alien“ gegen schleimige Außerirdische kämpfte. Drei weitere Auftritte als Wissenschaftlerin Dr. Ellen Ripley gegen die nonterrestrischen Ekelwesen folgten. Seitdem prägte die großgewachsene Amerikanerin mit Stanford- und Yale-Abschluss on- und auch offscreen ein neues Ideal: eine uneitle Darstellerin von hoher Intelligenz und furchtloser Entschlossenheit. Sie spielte die Verhaltensforscherin Dian Fossey in „Gorillas im Nebel“ (1988) und in James Camerons „Avatar“ (2019) wieder eine Wissenschaftlerin mit Doktortitel. Dass Sigourney Weaver auch sehr komisch sein kann,  zeigt sie in einem Gastauftritt in der TV-Serie „Call My Agent!“, deren vierte und letzte Staffel Sigourney Weaver gerade bei den CannesSeries vorgestellt hat. Eine gute Gelegenheit, um per Zoom einige offene Fragen zu klären.

          Sie sind vor kurzem 71 Jahre alt geworden ...

          ... ich bevorzuge ja einen eleganten Zahlendreher: Ich bin 17 geworden.

          Haben Sie je gesagt: „Dafür bin ich zu alt!“?

          Nein, noch nie! Schauspieler passen ja schon von Berufs wegen gut auf sich auf. Heutzutage kann man so viel tun, um sich fit zu halten. Ich fühle mich stark und gesund – und das macht mich glücklich.

          Haben Sie nie den sogenannten „Ageism“, Hollywoods Altersdiskriminierung, zu spüren bekommen?

          Ich glaube nicht an das Klischee, dass Schauspielerinnen ab ihren Vierzigern keine Rollen mehr bekommen. Natürlich hatte ich Glück, weil ich nie auf romantische Rollen festgelegt war. Das geht auch schlecht bei einer Größe von 1,83 Metern ...

          ... mit der Sie oft Ihre männlichen Kollegen überragten ...

          Ja, als ich um die zwanzig war, wusste keiner so recht, was er mit mir anstellen soll – die große Frau, die dauernd die Klappe aufmacht. Nur unkonventionelle Regisseure trauten sich, mit mir zu arbeiten. Und das ist heute noch so. Ich habe immer schon mein eigenes Ding gemacht, also werden mir nach wie vor starke Charakterrollen angeboten, die nicht auf ein bestimmtes Alter beschränkt sind. Ich habe in meiner Karriere wohl ein paar gute Entscheidungen getroffen – und wenn ich ehrlich bin, werden mir momentan die interessantesten Rollen meiner Karriere angeboten.

          Allein James Cameron hält Sie mit seinen kommenden vier „Avatar“-Folgen bis 2028 in Schach. In „Call My Agent!“ spielen Sie sehr selbstironisch mit Ihrem Image als Hollywoodstar ...

          ... mich schockiert es immer wieder, was die Leute so für Vorstellungen von mir haben! Als wäre ich ein totaler Glamour-Star ...

          Und sind Sie das nicht?

          Na, auf dem roten Teppich vielleicht, aber sonst ganz sicher nicht! (lacht) Ich hatte großen Spaß, mit diesem Image zu spielen und gnadenlos zu übertreiben. Wir Schauspieler durften in der Serie noch am Set die ganze Zeit am Skript herumändern und die Figuren noch stärker überzeichnen, bis zur Karikatur.

          Sie sind nun Stargast in der letzten Serienstaffel von „Call My Agent!“, der Paukenschlag zum Schluss, nach Charlotte Gainsbourg, Jean Reno und der gesamten Riege der französischen Leinwandlieblinge. Kannten Sie die Serie?

          Ich war Fan, seit mir ein französischer Freund davon erzählt hat. Insgeheim habe ich schon ein wenig davon geträumt, dass man mir eine Rolle anbietet, aber außer meinem Mann habe ich das niemandem anvertraut. Umso überraschter war ich, als ich wirklich kontaktiert wurde. Zum ersten Mal habe ich für eine Rolle zugesagt, ohne mir das Drehbuch durchzulesen.

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