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Rumänische Opposition : Kein Entkommen aus dem Netz der Verschwörungen

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Dinescu selbst erscheint in dem Buch als Mann mit „Janusgesicht“ und wird auf übelste Weise denunziert. Wie Rogojan aus „zuverlässiger Quelle“ erfahren haben will, habe der Onkel des Lyrikers, ein kommunistischer Parteikader, dem jungen Dinescu auf Wunsch von dessen Mutter den Militärdienst ersparen wollen und dafür gesorgt, dass er zur Securitate kam. Aber selbst das sei dem angehenden Dichter zu anstrengend gewesen, weshalb der Parteifunktionär seinen Neffen dann als Verpflegungsoffizier eines Militär-Fußballclubs untergebracht habe. Dinescus Aufstieg zum prominenten Dichter, Literaturredakteur, ranghohen Mitglied des Schriftstellerverbands und Journalisten schildert der frühere Securitate-General, der zu jener Zeit dem Regime selbst treu zu Diensten stand, als Ergebnis der Machenschaften seiner kommunistischen Parteifreunde.

Nur ein Sündenbock?

Rogojan fährt dann gegen Dinescu auch noch das gleiche Geschütz auf, das schon 1988 der Securitate als Begründung für dessen Hausarrest diente: die Unterstellung, er wäre KGB-Agent. Das kommt heute offensichtlich all jenen gelegen, die den rumänischen Kommunismus gänzlich als Produkt sowjetischer Intervention sehen und mit der demokratischen Entwicklung nach 1989, zu deren Symbolfiguren Dinescu zählt, wenig anfangen können. Solch einem Publikum sind die „Recherchen“ eines Geheimdienst-Insiders, der als rumänischer Patriot posiert, hochwillkommen.

Die Vergangenheit: Menschen protestieren 1989 in Bukarest gegen die kommunistische Regierung.
Die Vergangenheit: Menschen protestieren 1989 in Bukarest gegen die kommunistische Regierung. : Bild: dpa

Als solchen charakterisiert der Geheimdienstoffizier auch seinen ehemaligen Chef und heutigen Kompagnon Iulian Vlad. In einem im Buch enthaltenen Gespräch der beiden über den einstigen Staatschef Ion Iliescu wird dieser als Lügner hingestellt, der nach seinem Amtsantritt 1989 die langjährige Bekanntschaft mit Vlad geleugnet habe - dass eine solche bestand, wird freilich nur von dem Interviewten behauptet. Als Sündenbock, so Vlad, sei er, der Unschuldige, vor Gericht und dann im Zuchthaus gelandet.

Noch immer keine Entschuldigung

Freilich wurde Vlad auch wegen seiner Mitverantwortung für die brutale Zerschlagung antikommunistischer Demonstrationen in Temeswar verurteilt - eine solche bestreitet er indes bis heute. Vlad hatte keine Hemmungen, zusammen mit seinem Securitate-Freund neulich in dieser Stadt aufzutreten. Die Veranstaltung fand in einem Saal der rumänischen Akademie der Wissenschaften statt. Der Koreferent Vlad musste nach der Lesung erzürnten Zuhörern erklären, warum er 1989 das kommunistische Regime stützte und was er damals konkret zum Schutz der Demonstranten in Temeswar unternommen habe.

Vlad verschanzt sich hinter der Behauptung, er habe nicht dem Regime, sondern dem rumänischen Volk gedient, wobei er sich auf eine auch damals bei den Sicherheitsorganen übliche Vereidigungsformel beruft. Er habe nicht nur den Befehl des Diktators, auf die Protestierenden zu schießen, verweigert, sondern auch allen Mitgliedern der Staatssicherheit in Temeswar verboten, von der Waffe Gebrauch zu machen. Seine Leute seien es nicht gewesen, die das Feuer eröffnet hätten, versichert Vlad. Der frühere Securitate-Chef sieht keinen Grund, etwas zu bereuen oder sich beim rumänischen Volk zu entschuldigen.

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