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Schottlands Referendum : Lasst uns zusammen und lasst uns Briten bleiben!

  • -Aktualisiert am

Bild: REUTERS

Von Mick Jagger bis Judi Dench, von David Bowie bis Stephen Hawking: 200 britische Prominente haben die schottischen Wähler dazu aufgerufen, bei der Abstimmung im September für einen Verbleib des Landes in Großbritannien zu votieren.

          Von Mick Jagger und David Bowie über Stephen Hawking bis hin zu Andrew Lloyd Webber und Judi Dench haben zweihundert britische Prominente in einem offenen Brief an die Schotten appelliert, bei der Unabhängigkeitsabstimmung am 18. September für den Verbleib im Vereinigten Königreich zu votieren. Die Kampagne unter dem Motto „Lasst uns zusammen bleiben“ ist von den Historikern Dan Snow, einem Ur-Urenkel des liberalen Premierministers David Lloyd George, und Tom Holland koordiniert worden.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Sie will den Millionen von Briten Gehör verschaffen, die in dem Referendum nicht abstimmen dürfen, weil ausschließlich die Bewohner Schottlands wahlberechtigt sind. Der Brief richtet sich an die „Lieben Wähler Schottlands“. Die Entscheidung, ob sie „unser gemeinsames Land verlassen“, liege zwar einzig bei ihnen, doch wollten die  Unterzeichner bekunden, dass der Ausgang der Wahl „riesige Auswirkungen“ auf „uns alle im restlichen Vereinigten Königreich“ haben werde. Unter den Unterzeichnern befinden sich achtzehn olympische Goldmedaillengewinner, ein Nobelpreisträger, zwei Turner-Preissieger und vierundvierzig mit Preisen der britischen Akademie für Film und Theater ausgezeichnete Darsteller und Regisseure.

          „Wir wollen euch mitteilen, dass wir Wert legen auf unser bürgerschaftliches Band, und wir hegen die Hoffnung, dass ihr es erneuern werdet.“ Die Debatte über den Verbleib der Schotten in der 307 Jahre alten Union mit England hat sich in der vergangenen Woche mit dem ersten Fernsehduell zwischen den Führern der Ja- und der Nein-Kampagne zugespitzt. Nach allgemeinem Empfinden ist dabei Alex Salmond, der schottische Ministerpräsident und Vorsitzende der schottischen Nationalpartei, der Verlierer gewesen.

          Alistair Darling, der ehemalige Schatzkanzler der Labour-Regierung unter Premierminister Brown und Koordinator der parteiübergreifenden Nein-Kampagne, hat Salmond vor allem mit der Frage unter Druck gesetzt, welche Währung ein unabhängiges Schottland haben werde, wenn London der Regierung in Edinburgh nicht gestatte, das Pfund beizubehalten. Die jüngsten Meinungsumfragen geben den Gegnern der Unabhängigkeit mit 56 Prozent einen Vorsprung von zwölf Prozent über die Befürworter eines selbständigen Schottland.

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