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Digitale Diamanten : Schlussmachen per Kryptowährung

  • -Aktualisiert am

Der Diamant „Le Grand Mazarin“ stand 2017 bei Christie’s zum Verkauf. Ganz so teuer wird die digitale Variante nicht. Bild: Picture-Alliance

Ich habe heute leider keinen Diamanten für dich: Ein chinesisches Startup lässt Paare ihren Wert innerhalb der Beziehung vergleichen – woraufhin sie sich direkt per App trennen können.

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          Manche Business-Idee wirkt erst mal nur wirr – aber verhält es sich nicht genauso mit der Liebe? Ist es nicht auch da oft unmöglich, von außen zu erkennen, was der ganze Quatsch eigentlich soll? Also sollten wir auch an das chinesische Startup mit offenem Herzen herangehen, von dem hier die Rede sein wird. Es nennt sich eDiamond und plant, die teuren Geschenke in Beziehungen durch eine Kryptowährung zu ersetzen. Das ist auch viel praktischer, denn wer kennt es nicht, dass die Angebetete bei einem echten Diamanten schon mal das Gesicht verzieht und mäkelt, ihr wäre eine Blauschattierung lieber gewesen, der hier sei eher pfirsichfarben? Schenken Sie sicher, schenken Sie eDiamonds. Außerdem sind die Dinger viel billiger, sie kosten nämlich nur etwa 80 Cent.

          Was man mit diesen eDiamonds dann machen kann? Also, ehrlich gesagt: Eigentlich gar nichts, außer seine Beziehung zu analysieren. Die Idee ist folgende: Man sie kann nur innerhalb einer Beziehung verschenken, zu Jahrestagen etc., und beide Partner können sehen, wie viele eDiamonds sie selbst haben und wie viele der Partner. Da bekommt der Mann also Schwarz auf Weiß, dass seine Frau viel öfter den Hochzeitstag vergessen hat als er, und kann es ihr bei Bedarf unter die Nase reiben. Es ist, wie gesagt, eine sehr praktische Einrichtung.

          Und es wird noch praktischer: Das Unternehmen hat einen Trennungs-Button eingerichtet, über den man die Beziehung beenden kann. Der Partner wird dann in der App davon benachrichtigt, dass der andere seine Zuwendungen künftig einem anderen Menschen zukommen lassen möchte. Hübsche Sache, aber natürlich gibt es das längst, und zwar ganz ohne App. Dem Partner den Zugang zum gemeinsamen Konto zu sperren, ist nämlich längst ein bewährter und geradezu traditioneller Weg, ihn vom Ende der Beziehung zu unterrichten. Und Gütertrennung gilt dann auch nicht. Man muss eben nur schneller sein als der andere.

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