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Im Alter von 77 Jahren : Schauspieler Bruno Ganz ist tot

Schauspieler Bruno Ganz arbeitet fürs Theater und für Kino – eine seiner bekanntesten Rollen war die als Adolf Hitler in „Der Untergang“. Bild: Ruth Walz

Er war einer der Größten seiner Zunft – im Theater und im Kino. Er arbeitete mit den bedeutendsten Regisseuren zusammen und prägte klassische und zeitgenössische Rollen. Nun ist der Schauspieler Bruno Ganz im Alter von 77 Jahren verstorben.

          Bruno Ganz, einer der größten Schauspieler unserer Tage, ist tot. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung erfuhr, starb er in der vergangenen Nacht in seinem Wohnhaus in Zürich. Ganz, der seine Karriere als Schauspieler in Bremen unter Kurt Hübner begann und später zu den Leitsternen der Berliner Schaubühne unter Peter Stein gehörte, der am Theater mit Regisseuren wie Peter Zadek, Klaus Michael Grüber, Luc Bondy, Claus Peymann und Dieter Dorn zusammengearbeitet und in Stücken von Thomas Bernhard, Peter Handke und Botho Strauß gespielt hat, war ein sprachempfindsamer Schauspieler, er gehörte zum Besten, was das darstellende Schauspiel in deutscher Sprache zu bieten hat.

          Simon Strauß

          Redakteur im Feuilleton.

          Auftritte als Wurm in „Kabale und Liebe“ (1969), als „Prinz von Homburg“ (1972), Empedokles (1975), Coriolan (1993), Odysseus (1996) und Faust (2000) machten ihn zum unvergesslichen Botschafter einer ganzen Theaterepoche. Neben der Bühne wurde er seit Mitte der 1970er Jahre auch im Film bekannt. Mit Wim Wenders drehte er „Der amerikanische Freund“ und „Der Himmel über Berlin“, 2000 feierte er einen Publikumserfolg mit „Brot und Tulpen“ und spielte 2004 mit größter Ausdrucksgenauigkeit Adolf Hitler in „Der Untergang“. Daneben drehte er mit Eric Rohmer, Volker Schlöndorff, Werner Herzog, Theo Angelopoulos, Francis Ford Coppola, Bille August und Ridley Scott.

          Bruno Ganz trug den Iffland-Ring

          1996 wurde ihm der Iffland-Ring, die bedeutendste Auszeichnung für deutschsprachige Schauspieler der Gegenwart, verliehen. Seinen letzten Bühnenauftritt hatte er 2012 in Luc Bondys Pariser Inszenierung von „Homecoming“, seinen letzten Filmauftritt in Lars von Triers „The House That Jack Built“. Da spielte er den klugen Führer ins Totenreich. Seine Lesungen waren eindrucksvoll. Die letzte sollte bei den Salzburger Festspielen 2018 zusammen mit Edith Clever aus dem Briefwechsel Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze sein. Schweren Herzens musste er sie absagen. Nun ist er im Alter von 77 Jahren gestorben.

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