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Pit Knorr im Interview : Der Weiberrat war mir näher als der SDS

„Titanic“-Mitgründer Pit Knorr in seiner Frankfurter Wohnung. Bild: Frank Röth

So verlief sein Jahr der Rebellion: Was Pit Knorr, bekannt als Satiriker, „Titanic“-Gründer und Textautor für Otto Waalkes, 1968 in Frankfurt und anderswo erlebt hat, erzählt er im F.A.Z.-Gespräch.

          7 Min.

          Im Jahr 1968 haben Sie beim Satiremagazin „Pardon“ als Redakteur angeheuert. War das eine gesellschaftskritische Tat?

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Man darf sich „Pardon“ ja nicht als bloßes Witzblatt vorstellen. Ich war damals noch keine dreißig und ein emsiger Journalist. Es hat sich erst später herausgestellt, dass mein Metier eher die Komik ist. Ich habe damals zum Beispiel Oswald Kolle interviewt, den umstrittenen Sexualaufklärer. Dessen Trick bestand darin, dass er alle seine Sex-Tipps im Rahmen der Ehe ansiedelte: „Wollen Sie nicht Ihre Ehe verbessern?“ So umging er die Zensur. Das war eine erfreuliche Begegnung. Das andere Interview, an das ich mich erinnere, war mit Günter Grass. Es ging um seine Werbekampagne für die SPD. Das Verblüffendste daran war, dass er Geld für das Gespräch verlangte.

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