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Sarrazin zieht Bilanz : Ich bin kein Michael Kohlhaas

  • Aktualisiert am

Thilo Sarrazin mit seinem 1,2 Millionen Mal verkauften Buch vor dem Reichstag Bild: Daniel Pilar

Thilo Sarrazins Lektionen: In der Freitagsausgabe der F.A.Z. attestiert der Autor von „Deutschland schafft sich ab“ der politischen Klasse Bildungsdefizite und empfiehlt als Weihnachtslektüre Goethes „West-östlichen Divan“.

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          Heilig Abend mit Thilo Sarrazin: Der Autor des 1,2 Millionen Mal verkauften Buches „Deutschland schafft sich ab“ erteilt in unserem Freitagsfeuilleton der politischen Klasse, die sein Buch kritisiert, aber nicht gelesen hat, Nachhilfe in Bildungsfragen: „Wie schön wäre es, wenn unsere politischen Führer nicht nur über die Halbbildung ihrer Redenschreiber, sondern über eigene Bildung verfügten.“

          Die Bundeskanzlerin kritisiert er dafür, sein Buch auf den Index gesetzt und damit mit zu seiner politischen und sozialen Ächtung beigetragen zu haben, die zu seiner Entlassung als Bundesbank-Vorstand führte. Besonders scharf geht Sarrazin mit Christian Wulff ins Gericht, der sich der Kritik beflissen angeschlossen habe.

          Fast bedauert er sein Naturell

          Sarrazin kreidet Wulff auch an, auf seiner Türkei-Reise Goethes „West-östlichen Divan“ im Hinblick auf den totalitären Charakter des Islam verharmlosend zitiert zu haben: „Dass er auch den ,West-östlichen Divan‘ nicht kennt, scheint ziemlich sicher.“

          In den politischen Debatten gebe es heute nicht mehr, sondern „weniger Zivilcourage und wirklich unabhängiges Denken“. Fast bedauert Sarrazin dabei sein eigenes Naturell: „Mit ein bisschen Michael Kohlhaas im Blut hätte ich eine Staatskrise herbeiführen können.“

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