https://www.faz.net/-gqz-9dgdh

Behinderung von Journalisten : Polizei als „Handlanger der Pegisten“?

  • Aktualisiert am

Demonstration der Pegida-Bewegung anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel im Sächsischen Landtag Bild: dpa

Ein Fernsehjournalist wirft der Polizei Behinderung bei Dreharbeiten während des Dresden-Besuchs der Kanzlerin vor. Dort war es zu einer Pegida-Demonstration gekommen. Die Linke verlangt Aufklärung.

          Der Linke-Innenexperte im Landtag, Enrico Stange, verlangt Auskunft über das Vorgehen der Polizei gegen ein Fernsehteam am Rande des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Dresden. Nach Angaben eines der Journalisten auf Facebook gingen Beamte auf Verlangen von Teilnehmern einer Pegida-Demonstration gegen das ZDF-Team von Frontal 21 vor und behinderten dadurch dessen Arbeit erheblich, wie Stange am Samstag feststellte. Der Journalist veröffentlichte auch einen Filmausschnitt, in dem die Vorgänge zu sehen sind. Das Team habe am Rande des Merkel-Besuchs gedreht, „plötzlich befanden wir uns in einer polizeilichen Maßnahme“, schreibt er.

          Mit diesem Vorgehen habe sich die Polizei zum „Handlanger der Pegisten“ gemacht und die für eine informierte demokratische Gesellschaft unverzichtbare Arbeit der Medien behindert, so Stange.

          Auskunft von Innenminister verlangt

          AfD und Pegida hatten beim Merkel-Besuch unter dem Motto „Die Diktatorin in die Schranken weisen!“ zu einer Demonstration vor den Landtag gerufen, 300 Leute waren dem gefolgt; noch bevor die Kanzlerin das Gebäude wieder verließ, waren sie mit ihren Fahnen und Trillerpfeifen wieder abgezogen.

          Stange forderte den Innenminister auf, in der nächsten Woche im Innenausschuss des Landtages Auskunft über die Polizeimaßnahme gegen Journalisten am vergangenen Donnerstag zu geben. Und er mahnte Konsequenzen für Aus- und Fortbildung von Polizisten an, um die Pressefreiheit bei Demonstrationen zu garantieren.

          Das Sächsische Innenministerium reagierte unterdessen auf Twitter. Es werde derzeit in Ruhe das gesamte Rohmaterial der Filmaufnahme überprüft. Wenn Anzeige erstattet werde, „egal gegen wen“, heißt es in dem Tweet, müsse gehandelt und es müssten Personalien aufgenommen werden. Offenbar sei genau das geschehen. In einem Tweet der Polizei Sachsen lädt der Chef der Dresdner Polizei die Fernsehjournalisten darüber hinaus zu einem klärenden Gespräch ein.

          Weitere Themen

          Daniel Craig hat Unfall bei Bond-Dreharbeiten Video-Seite öffnen

          007 am Knöchel verletzt : Daniel Craig hat Unfall bei Bond-Dreharbeiten

          Auch bei Superagenten geht mal ein Stunt daneben. Der britische Schauspieler Daniel Craig musste das am eigenen Leib erfahren. Der Brite wird nun nach einem Unfall bei den Dreharbeiten zum neuesten James Bond-Film am Fuß operiert.

          Ist Banksy in Venedig? Video-Seite öffnen

          Rätselhaftes Video : Ist Banksy in Venedig?

          Auf Instagram kündigte der Streetart-Künstler, dessen Identität geheim bleibt, an, mit einem eigenen Stand auf der Biennale in Venedig vertreten zu sein. Die Kunstschau in Venedig zählt zu den größten Weltweit

          Manipuliere die Kurden!

          Brief aus Istanbul : Manipuliere die Kurden!

          Bis zum Neuwahltermin am 23. Juni kann Erdogan weder die Wirtschaftskrise meistern noch das Herz der Kurden gewinnen. Also setzt der türkische Präsident auf Manipulation.

          Kinderbuchautorin Judith Kerr gestorben

          Tiger, Kater, rosa Kaninchen : Kinderbuchautorin Judith Kerr gestorben

          Einige ihrer Bilderbücher sind Klassiker geworden, doch ihr größter Erfolg war eine Geschichte, aufgeschrieben allein, weil sie sie selbst erlebt hatte: „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Im Alter von 95 Jahren ist Judith Kerr gestorben.

          Topmeldungen

          Rezos Video : Jeder Like ein Armutszeugnis

          Das Video „Zerstörung der CDU“ des Youtubers Rezo ist ein Dokument der Zeitgeschichte: Propaganda von der ganz feinen Sorte.

          Spekulationen über May : „Es ist Zeit für sie zu gehen“

          Die Zeit von Theresa May ist endgültig vorbei – dessen ist man sich in London immer sicherer. Selbst alte Gefolgsleute legen der Premierministerin einen schnellen Rücktritt ans Herz – aber was kommt danach?

          Mit der Europawahl : Kann Schottland ein Zeichen gegen den Brexit setzen?

          Unverhofft nimmt das Vereinigte Königreich an der Europawahl teil. Im pro-europäischen Schottland hoffen Aktivisten, eine Botschaft nach Westminster schicken zu können. Gleichzeitig droht ein neues Unabhängigkeitsreferendum.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.