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Russlands Gläubige : Gott hört uns, nur der Staat hört uns nicht

  • -Aktualisiert am

Harte körperliche Arbeit als Gotteslob: Stepan Borisov und sein Sohn Maxim arbeiten zusammen auf ihrem Feld . Das geschnittene Grass wird zu Heuhaufen verarbeitet um die Tiere über die Winterzeit zu bringen. Bild: © Emile Ducke

Die „Agentur zur Entwicklung menschlichen Kapitals“ versucht, die russischstämmigen Konfessionsflüchtlinge aus Lateinamerika im zusehends menschenleeren Fernen Osten anzusiedeln. Doch dort treffen sie auf Behördenwillkür.

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          Das Fest der Auferstehung findet für die orthodoxen Christen Russlands auch an diesem Osterfest am 2. Mai nicht wie gewohnt statt. Ikonen sollen nicht geküsst werden, Mundschutz ist beim Gottesdienst Pflicht, die Zahl der erlaubten Besucher wird beschränkt. Und das in einem Land, wo jeder Sonntag im ganz wörtlichen Sinne eine Auferstehung – Woskresenije – ist. Selbst die Kommunisten hatten es nicht gewagt, den Wochentag umzubenennen.

          Auch ein Herzensprojekt Wladimir Putins wurde von der Pandemie konterkariert: die Repatriierung von Russen aus dem Ausland, genauer, die Heimholung russischstämmiger Altgläubiger aus Lateinamerika, wo die fromme Gemeinschaft in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Zuflucht fand. Nachdem Anfang der nuller Jahre wenige Familien in die Heimat ihrer Vorfahren zurückgekehrt waren, wurde 2017 unter dem damaligen Ministerpräsidenten Medwedjew die „Agentur zur Entwicklung des menschlichen Kapitals im Fernen Osten“ gegründet. Rückkehrern aus Bolivien, Uruguay und Brasilien wird in Gebieten am Amur und in Primorje Land zur Bewirtschaftung versprochen, sie sollen Hilfen erhalten, und die Männer sind seit 2019 vom drakonischen Militärdienst befreit. Über hundert Familien habe man seitdem angesiedelt, lauten die offiziellen Erfolgsmeldungen.

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