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FAZ Plus Artikel Russlands Kulturjahr : Heiligtum mit Kanone

Nichts gegen das Mariinsky-Theater, aber überraschende Kulturbotschafter sind das nicht gerade. Bild: Picture-Alliance

„Russische Saisons“ nennt sich ein staatliches Gastspielprogramm, das russische Kultur nach Deutschland bringen soll. Vor allem aber belohnt es russische Künstler für Wohlverhalten.

          Die von Sergej Diaghilew erfundenen „Russischen Saisons“ sind wieder da. Freilich fragt man sich, ob der geniale Impresario sich darüber freuen oder in seinem Grab auf der Friedhofsinsel San Michele umdrehen würde. Denn unter dem Markenzeichen, mit dem Diaghilew vor hundert Jahren mit avantgardistischen Ballettproduktionen Paris eroberte, firmiert heute ein staatliches Gastspielprogramm, das mit der Soft Power russischer Kultur ganze Länder erobern soll. Die Charmeoffensive richtet sich im kommenden Jahr auf Deutschland, da die ursprünglich anvisierten Vereinigten Staaten politisch verstimmt sind, ebenso wie die Holländer, die man ersatzweise anfragte.

          Kerstin Holm

          Redakteurin im Feuilleton.

          Künstlerische Wagnisse, für die Diaghilews privat finanzierte „Saisons Russes“ standen, sind beim Reload durchs Kulturministerium nicht zu erwarten. Im Mittelpunkt steht die Hochkultur des Petersburger Mariinsky-Theaters, das unter seinem künstlerischen Leiter Valery Gergiev das Festival am 7. Januar mit einer konzertanten Aufführung von Peter Tschaikowskys Spätwerk „Iolanthe“ in der Berliner Philharmonie eröffnen wird. Dazu kommen neben Ausstellungen, Starsolisten, Tanz- und Theatertruppen auch Ensembles aus den russischen Regionen, die noch nie auf Gastspielreise waren, betonte der Leiter der „Russischen Saisons“, Alexander Lebedew, der das Programm im Berliner Russischen Haus vorstellte. Die Spesen der Artisten würden übernommen, versicherte Lebedew, dessen Ministerium zugleich daheim in Moskau beim Prozess gegen den Regisseur Kirill Serebrennikow als Geschädigter auftritt, dem infolge von Veruntreuungen durch die Kreativen angeblich Fördergelder in Höhe von zwei Millionen Euro gestohlen wurden. Die „Russischen Saisons“ sind nicht zuletzt ein Vehikel, um Künstler für Wohlverhalten zu belohnen.

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          Innovativ, aber nicht mit dabei: Kirill Serebrennikows Moskauer Inszenierung des „Sommernachtstraum“.

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