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Russland hinter Gittern : Knastland

Zwölf Jahre für einen Kriegshelden

Der Fall Gaiduk führt das kontrapunktische Hebelwerk der Rechtsbürokratie vor Augen. Der Verurteilte erhob noch aus dem Straflager Gegenklage auf Schadensersatz. In zweiter Instanz wurde ihm stattgegeben. Da erhöhte auch die Gegenseite den Druck. Offenbar durch Anweisung von außen kam Gaiduk nun wegen angeblicher Disziplinarverstöße in Einzelhaft, dann wurde ihm ein Fluchtversuch zur Last gelegt. Trotzdem ließ man ihn vor einem Jahr vorzeitig frei. Sogleich erstattete er Anzeige gegen seine frühere Geschäftspartnerin sowie diverse Fahndungs- und Justizbeamte, die ihr beim Manipulieren von Akten und Protokollen geholfen hatten. Seine Eingaben gelangten in die Behörde für Wirtschaftsverbrechen und Korruptionsbekämpfung, wo niemand sie weiter verfolgen wollte. Die Seilschaften werden jede Aufklärung, die ihren Leuten ein Verfahren einbringen könnte, mit allen Mitteln zu verhindern suchen, sagt Gaiduk. Schon haben die Ämter ihre Angriffsfläche verringert. Die beschuldigten Beamten haben allesamt den Dienst quittiert. Gaiduk, der als Ingenieur jetzt beim Luftfahrtinstitut arbeitet, gelobt aber, er werde weiterkämpfen.

Weniger Glück beziehungsweise mächtigere Feinde scheint der Unternehmer Dmitri Baranowski zu haben, der erst kürzlich wegen angeblicher Erpressungsversuche zwölf Jahre Lagerhaft zu verschärften Bedingungen aufgebrummt bekam. Der athletisch aussehende Baranowski, ein dekorierter Patriot, der bei den sowjetischen Luftlandetruppen in Afghanistan gekämpft hatte, war Vizedirektor des Rüstungskonzerns RATEP im Moskaunahen Serpuchow sowie stellvertretender Ratsvorsitzender des Moskauer Büros der Veteranenvereinigung „Kampfbruderschaft“ (Bojewoje bratstwo). Außerdem gehörte er zum Vorstand der zivilen Rechtsschutzorganisation „Gerechtigkeit“ (Sprawedliwost), die Korruption oder illegale Übernahmen durch hochstehende Verwaltungsbeamte anprangert.

Gefährliche Staatsbedienste

Als Repräsentant der „Kampfbruderschaft“ hatte Baranowski vor fünf Jahren mit der Baugenossenschaft „Divareks“ ein Wohltätigkeitsabkommen geschlossen, wonach von einer neuen Villensiedlung, die Divareks westlich von Moskau errichtete, zehn Prozent unentgeltlich an Kriegsversehrte oder Hinterbliebene von Gefallenen übereignet werden sollten. Groß war daher sein Erstaunen, als kurz darauf Abgesandte des Transportministers der Region Moskau, Pjotr Kazyw, den Besitzern von Divareks eröffneten, die Hälfte ihres für die Siedlung vorgesehenen Grundstücks gehöre eigentlich dem damaligen Chef der Abteilung für Wertpapierhandel bei der Sberbank, Alexander Altunin. Wobei die Männer keine Eigentümerdokumente, sondern nur Aussagen von Zeugen insbesondere aus der Sberbank selbst vorweisen konnten.

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