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Russischer Regisseur : Serebrennikow aus Hausarrest entlassen

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Kirill Serebrennikow, Theater- und Filmregisseur aus Russland, im Verhandlungsraum zu seinem Prozess im November 2018 Bild: dpa

Überraschung nach fast zwei Jahren Hausarrest: Der wegen Veruntreuung von Fördergeldern angeklagte russische Regisseur darf sich in Moskau wieder frei bewegen. Es gibt aber immer noch Auflagen.

          Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow ist überraschend nach mehr als anderthalb Jahren aus dem Hausarrest in Moskau entlassen worden. Der 49-Jährige dürfe die Stadt aber nicht unerlaubt verlassen, meldete die Agentur Interfax am Montag unter Berufung auf ein Gericht der russischen Hauptstadt. Demnach muss er bei der Polizei um Erlaubnis bitten, wenn er Moskau verlassen will. Sein Reisepass ist eingezogen. Serebrennikow sagte nach der Entscheidung, dass er nun wieder ungehindert arbeiten wolle. Menschenrechtler begrüßten die Entscheidung des Gerichts.

          Die Justiz hatte ungeachtet internationaler Proteste erst in der vergangenen Woche den Hausarrest um weitere drei Monate verlängert. Das Verfahren gegen den Kino- und Theaterregisseur steht international als inszeniert in der Kritik. Filmstars, Theaterschaffende und Politiker hatten Russland immer wieder aufgefordert, die Verfolgung liberaler Künstler zu beenden.

          Die russische Justiz wirft Kirill Serebrennikow sowie weiteren Angeklagten weiterhin die Veruntreuung staatlicher Fördermittel in Millionenhöhe vor. Der Regisseur weist das zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte zuletzt beantragt, den Künstler auch künftig in seiner Wohnung festzuhalten, um weitere offene Fragen zu klären. Immer wieder gab es Vorwürfe, die Ermittler hätten nichts in der Hand gegen Serebrennikow. Nun machte das Gericht die Entscheidung der Vorwoche überraschend rückgängig.

          Serebrennikow arbeitete trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit in seiner Wohnung. So führte die Staatsoper Hamburg im März seine Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ auf. Auch die Oper Stuttgart und weitere Häuser hatten Aufführungen trotz Abwesenheit des Regisseurs auf die Bühne gebracht. Ende März erhielt er den renommierten russischen Filmpreis „Nika“ – für die beste Regie. Sein voriges Jahr auch in Deutschland gezeigter Film „Leto“ erzählt die Geschichte des sowjetischen Rockstars Viktor Zoi.

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