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Ford zu Washington : Gewaltsamer Aufstand

  • -Aktualisiert am

Der amerikanische Schriftsteller Richard Ford Bild: dpa

Viele von uns haben diesen Tag kommen sehen und darüber geschrieben. Wie konnten wir dann in Amerika so weit kommen? Ein Gastbeitrag.

          2 Min.

          Ich war nicht dort. Ich saß in Maine, wo ich lebe, sicher und 500 Meilen entfernt, und schaute zu, wie mein Land offenbar in einer Fernsehshow erstürmt wurde. Aber ich hätte auch in Montana oder Florida oder Oregon oder Texas sein können – nur um Ihnen einen räumlichen Eindruck zu geben, wie die Bürger hier vielleicht einen dreisten frontalen Angriff auf das Kapitol unserer Nation begreifen können, ohne zu erleben, was wir einen einheitlichen Sinn für den Ernst der Situation nennen könnten. Vielleicht haben alle gewaltsamen Aufstände – und das ist es, was wir erlebt haben – in bestimmten Momenten eine karnevaleske Dimension.

          Beteiligte (sonst bekannt als Aufrührer), die lachen und in Clownskostümen und Bühnenschminke herumtollen, die Selfies und Videos des Chaos machen, während es sich ereignet. Ihre verwirrten Präzeptoren, die brandstifterische Schwüre und Verwünschungen ausstoßen, ohne groß darüber nachzudenken, was sie sagen oder welche Folgen es haben könnte. Es ist ein wenig wie beim Lynchen, wo Eintrittskarten verkauft wurden, oder wenn Löwen Christen vor einem empfänglichen Publikum verspeisten.

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