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Richard Avedon : Der Fotograf der Großen, Schönen und Reichen ist tot

  • Aktualisiert am

Richard Avedon auf einer Aufnahme von 1979 Bild: AP

Der amerikanische Star-Fotograf Richard Avedon, der die Modefotografie als eine Kunstform revolutioniert hat und dessen Portraits weltberühmt sind, ist am Freitag im Alter von 81 Jahren gestorben.

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          Der amerikanische Fotograf Richard Avedon, dem die Schönen, Großen und Reichen Modell standen, ist tot. Der weltberühmte Künstler starb am Freitag im amerikanischen Bundesstaat Texas. Dies teilte eine Sprecherin des Magazins „New Yorker“ mit. Avedon war 81 Jahre alt. Am vergangenen Wochenende hatte der bis ins hohe Alter tätige Fotograf bei einem Reportageauftrag in Texas eine Gehirnblutung erlitten. Sein letzter Einsatz für das Magazin „The New Yorker“ war eine politische Reportage zum Thema Demokratie.

          Der gebürtige New Yorker zählte über Jahrzehnte hinweg zu den begehrtesten Modefotografen der Welt. Er wurde auch durch seine Porträts von Marilyn Monroe, Charlie Chaplin, Jackie Kennedy und Truman Capote berühmt.

          Richard Avedon wurde am 15. Mai 1923 in New York City geboren. Sein Vater war als jüdisch-russischer Einwanderer in die Vereinigten Staaten gekommen und in einem New Yorker Waisenhaus aufgewachsen. Mit seiner zweiten Frau Evelyn Franklin hat der Fotograf einen Sohn.

          Die geballte Energie von Tina Turner konnte der Fotograf in einem Bild einfangen

          Modefotografie revolutioniert

          Avedon begann seine Karriere in den 40er Jahren bei dem Pariser Modeblatt „Harper's Bazaar“. Später wurde er für eine Millionen-Gage erster Chef-Fotograf von „Vogue“. Als Erster holte er Models aus dem Studio auf die Straße, wo er „zufällige Momente“ inszenierte. In der New Yorker Kulturszene freundete er sich eng mit Andy Warhol an.

          Mit Audrey Hepburn arbeitete er bei den Dreharbeiten zu den Film „Funny Face“. Er war Marilyn Monroes Lieblingsfotograf. Zu seinen berühmtesten Porträts zählen eine Bildserie des Herzogs und der Herzogin von Windsor, sowie Aufnahmen von Jackie Kennedy, die sich von ihm exklusiv im Weißen Haus ablichten ließ.

          Zu Avedons Markenzeichen gehört der weiße, leere Hintergrund, auf dem nichts vom Motiv ablenkt. Neben den Schönen und Prominenten der Welt lichtete der Künstler auch das Leben von Arbeitern, Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, Kriegsopfer und Landstreicher ab. Zum Jahreswechsel 1989 fotografierte er eine Reportageserie über Berliner nach dem Mauerfall. Seine Bilder gelten als schonungslos und detailgenau.

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