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Rezept : Leipziger Allerlei

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Aus einem hundertjährigen Kochbuch: Das Rezept für „Leipziger Allerlei“, ein Gericht aus Frühlingsgemüsen, Morcheln, Krebsen und kleinen Semmelklößchen.

          Heutzutage tragen zuweilen Tiefkühl-Gemüsemischungen aus Erbsen, Möhren und Spargelspitzen den Namen „Leipziger Allerlei“. Zu Unrecht.

          Das ursprüngliche Gericht dieses Namens wurde vermutlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Leipzig erfunden und besteht der Überlieferung nach aus jungen Frühlingsgemüsen - vor allem aus Spargel, Karotten und Erbsen, Kohlrabi und Blumenkohl - sowie aus Morcheln, Krebsen und kleinen Semmelklößchen.

          Im „Praktischen Kochbuch“ von Henriette Davidis-Holle, dem Standardwerk seiner Zeit, wurde die Zubereitung von Leipziger Allerlei vor hundert Jahren wie folgt beschrieben:

          Leipziger Allerlei

          „Dieses Gericht schmeckt am besten in der Spargelzeit. Man nimmt von jedem der folgenden Frühgemüse eine gleiche Menge und kocht jedes einzeln gar:
          - Spargel in Wasser mit etwas Salz
          - kleine Karotten in Rindfleischbrühe
          - Schoten oder Erbsen in etwas Wasser mit einem kleinen Stückchen Butter
          Kohlrabi in Wasser mit wenig Salz
          und ebenso den Blumenkohl

          Ist dies alles gar, so richtet man es sorgfältig in der Schüssel an, so dass der Blumenkohl oben liegt, und verteilt dazwischen Krebsscheren und -schwänze. Die Krebsnasen füllt man mit einer Farce von Krebsfleisch mit Semmelklößchenteig, bereitet auch Morcheln vor, übergießt das während der Vorbereitung des Anrichtens auf Wasserdampf heißgestellte Gemüse mit einer Buttersauce aus halb Sahnen-, halb Krebssauce, welche mit Eidottern verrührt wird, und legt zum Schluss Morcheln, gefüllte Krebsnasen und kleine gelbgefärbte Semmelklößchen in zierlicher Anordnung auf die Schüssel.“

          Guten Appetit!

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