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100 Jahre Georgien : Wir planen hier nicht lang voraus

Militärparade in Tiflis Bild: AFP

Denn wir wissen nicht, wie lang es uns noch gibt: Georgien feiert seine Republik, die vor hundert Jahren gegründet wurde. Ihr Untergang ist heute für viele ein Menetekel.

          5 Min.

          Straßensperren überall, Holzbühnen und Verkaufsstände, es riecht nach Lack und frischer Farbe, und jenseits der Festmeile mischen sich Autohupen in das laute Fiepen der elektronischen Abstandsanzeiger, während sich Busse und Laster mühsam durch zugeparkte Seitenstraßen manövrieren. Und überall hängen Banner mit großen Fotos: Sie zeigen den Schauspieler Giorgi Pronispireli mit Schärpe und Uniform, den Regisseur Alexander Tsutsunava, dessen Film „Qristine“ 1918 Furore machte, oder ein historisches Plakat, das auf Französisch für eine original kaukasische Tanzveranstaltung wirbt. Über allen aber steht ein Logo, das aus drei verschlungenen Ziffern besteht, einer Eins und zwei Nullen.

          Tilman Spreckelsen

          Redakteur im Feuilleton.

          Der Zahl Hundert entgeht man derzeit nicht leicht in Georgien, zumal in Tiflis. Vor hundert Jahren, am 26. Mai 1918, wurde Georgiens Unabhängigkeit von Russland ausgerufen, und die Republik gleich mit. Knapp drei Jahre später, im Frühjahr 1921, marschierte die Rote Armee in Tiflis ein und blieb dort bis zur neuerlichen georgischen Unabhängigkeit 1991. Der neue Staat aber berief sich ausdrücklich auf die alte Republik. Und machte deren Gründungsdatum zum Nationalfeiertag.

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