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Rekord-Auktion in New York : „Berliner Straßenszene“ auf der Fifth Avenue

  • -Aktualisiert am

Versteigert für 34 Millionen Dollar: Kirchners „Berliner Straßenszene” Bild: dpa

So viel Geld wurde noch nie für Kunst ausgegeben, auch nicht in New York. Christie's erzielte in kaum mehr als zwei Stunden ein Verkaufsvolumen von knapp einer halben Milliarde Dollar. Unter dem Hammer: Werke von Kirchner und Klimt.

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          So viel Geld wurde noch nie für Kunst ausgegeben, auch nicht in New York: Christie's erzielte in kaum mehr als zwei Stunden ein Verkaufsvolumen von knapp einer halben Milliarde Dollar. Und das, obwohl noch am Tag der Auktion eines der Hauptwerke, Picassos auf 40 bis 60 Millionen Dollar taxierter „Absinth-Trinker“ aus der Sammlung von Andrew Lloyd Webber zurückgezogen wurde, um überraschend erhobene Restitutionsansprüche zu klären. Trotzdem konnte die Auktion ihre obere Gesamtschätzung von 490 Millionen Dollar noch um mehr als eine Million Dollar überrunden.

          Nach einem regnerischen Tag fand sich das internationale Publikum höchst gespannt in Christie's New Yorker Zentrale im Rockefeller Center ein. Aller Augen richteten sich auf vier Gemälde von Gustav Klimt, die kürzlich an die Nichte von Adele Bloch-Bauer nach Kalifornien restituiert worden waren, sowie auf Kirchners „Berliner Straßenszene“ aus dem Brücke-Museum.

          Die „Straßenszene“ kommt ins Museum

          Um den Kirchner lieferten sich fünf Bieter ein spannendes Gefecht. Der Hammerpreis kletterte in Millionenschritten von 12 bis weit über die Schätzung (18/24 Millionen) bis auf 34 Millionen Dollar, fast das Fünffache des bisherigen Rekords für ein Werk von Kirchner. Den Zuschlag erhielt die Kunsthändlerin Daniella Luxembourg, die im Auftrag ihres Freundes Ronald Lauder agierte. Nach der Auktion wurde verkündet, daß die „Berliner Straßenszene“ bald in der Neuen Galerie zu sehen sei, dem von Ronald Lauder gegründeten Museum an der Fifth Avenue. Lauder hatte im Juni dieses Jahres schon Klimts „Porträt der Adele Bloch-Bauer I“ erworben (siehe: Rekordpreis für Klimts Porträt der Adele Bloch-Bauer).

          „Apfelbaum I” von Klimt: 29,5 Milllionen Dollar
          „Apfelbaum I” von Klimt: 29,5 Milllionen Dollar : Bild: AP

          Die Gemälde von Klimt motivierten mindestens ebensoviele Bieter: Sein „Birkenwald“ erzielte telefonisch 36 Millionen Dollar (20/30 Millionen), „Häuser in Unterach am Attersee“ ging für 28 Millionen (18/25 Millionen) an die Züricher Kunsthändlerin Doris Ammann, und der „Apfelbaum I“ wurde einem Telefonbieter für 29,5 Millionen zugeschlagen (15/25 Millionen).

          Ein nicht enden wollendes Bietgefecht entbrannte schließlich um Klimts „Porträt der Adele Bloch-Bauer II“, dessen Preis sich von 25 Millionen weit über die Taxe (40/60 Millionen) hinaus bis auf 78,5 Millionen Dollar schraubte und damit zu den teuersten Gemälde aller Zeiten zählt. Nach der Auktion äußerte sich die Erbin Maria Altmann, die zur Auktion angereist war, im Namen ihrer Familie: „Meine Tante Adele und Onkel Ferdinand haben es genossen, mit diesen Bildern zu leben und sie mit anderen zu teilen, und wir hoffen, daß die neuen Besitzer das gleiche tun werden.“

          Raubkunst zum Verkauf

          Kirchners „Berliner Straßenszene“ (1913) ist eines der Schlüsselwerke des deutschen Expressionismus. Die Stadt Berlin hatte das wertvolle Gemälde im Juli an die Erben eines jüdischen Kunstsammlers zurückgegeben, weil dessen Familie es möglicherweise unter dem Druck der Nazis hatte verkaufen müssen. Die Entscheidung war bei Kunstfreunden und Museen in Berlin auf heftige Kritik gestoßen.

          Das auf bis zu 60 Millionen Dollar geschätzte Picasso-Bild „Der Absinth-Trinker“ ist wegen seiner ungeklärten Geschichte in der NS-Zeit in letzter Minute von der Auktion bei Christie's zurückgezogen worden. Eine deutsch-schwedische Erbengemeinschaft hatte kurz zuvor angekündigt, die Besitzfrage weiter gerichtlich klären zu lassen. Christie's und der derzeitige Eigentümer, die Kunststiftung des britischen Musicalkomponisten Andrew Lloyd Webber, erklärten daraufhin „mit großem Bedauern“ den Verzicht auf eine Versteigerung zum jetzigen Zeitpunkt.

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